bedeckt München 30°

Baierbrunn:Bald Tempo 30 auf der B11?

Baierbrunn, M11 soll Tempo 30 bekommen

Ein Tempolimit soll nach dem Willen des Gemeinderates Kinder und Radfahrer in der Baierbrunner Ortsmitte schützen.

Die Gemeinde dringt trotz Widerstands des Straßenbauamts auf ein Tempolimit für die B 11.

Von Udo Watter, Baierbrunn

Dass der Mensch aus Erfahrung lernt, ist trotz manch beeindruckender Gegenbeispiele in den vergangenen Monaten sicher tendenziell richtig. Noch klüger wäre es freilich, gar nicht erst eine Erfahrung aus der harten Wirklichkeit für Verbesserungen zu brauchen, sondern präventiv zu handeln. "Muss erst was passieren, damit man etwas macht?", fragt Robert Gerb von den Grünen mit Blick auf den Antrag seiner Fraktion, Tempo 30 auf der B 11 im Ortszentrum von Baierbrunn zwischen den Ampeln zu erlassen. Der Baierbrunner Gemeinderat folgte dem Vorschlag mit großer Mehrheit und beauftragte die Rathausverwaltung, ein Tempolimit an diesem sensiblen Streckenabschnitt zu prüfen. Ob es umgesetzt werden kann, ist allerdings angesichts der Rechtslage fraglich.

Argumente haben die Befürworter eines Tempolimits einige. Immerhin verläuft hier die Zufahrt zur Grundschule Baierbrunn, und der Radweg, der aus nördlicher Richtung von Buchenhain her auch als Schulweg dient, läuft auf der Ostseite der Straße in Gegenrichtung zum Verkehr. Er ist zudem nicht selten zugeparkt und durch Lieferverkehr blockiert sowie auch nicht wirksam von der Straße getrennt und gesichert.

Gravierende Unfälle blieben bisher aus

Hier mehr Sicherheit für Schulkinder und Radfahrer durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu erreichen, wäre also ein nachvollziehbarer Schritt, zumal es durch den Wort & Bild Verlag mit seinen Hunderten von Mitarbeitern und Parkplätzen auf der einen Seite, sowie Bäckerei, Post-Shop und Apotheke auf der anderen Seite im Zentrum zu vielen Querungen der Straße kommt.

Indessen ist die Wolfratshauser Straße aber nun mal eine Bundesstraße, Tempo 50 im Ort gilt da allgemein als normale, akzeptierte Geschwindigkeit. Und da trotz der beschriebenen Situation und manch flott durch den Ort stechender Auto- und Lastwagenfahrer in den vergangenen Jahren nennenswerte Unfälle ausblieben - abgesehen von einem unter erheblichem Alkoholeinfluss -, sehen das zuständige Staatliche Bauamt Freising und die Polizei keinen Anlass, für eine innerörtliche Geschwindigkeitsbegrenzung. Es liege kein Bedarf vor, heißt es von dort.

Im Antrag der Grünen wird denn auch bedauernd festgestellt: "Der unbestreitbare Nutzen der Geschwindigkeitsreduktion auf den Klimaschutz, die Abgasemissionen und die Geräuschemissionen sind momentan leider keine ausreichenden Gründe zur Rechtfertigung von Tempo 30 innerhalb unserer Gemeinde." Die großer Mehrheit des Gemeinderats hat sich jetzt dennoch dafür entschieden, den Antrag der Grünen zu unterstützen - auch wenn seine Realisierung nicht eigentlich in der Macht der Kommune liegt. "Wir werden regelmäßig Stellungnahmen an die zuständige Behörde schicken", so Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG). Nach dem Motto "Steter Tropfen höhlt den Stein".

© SZ vom 11.05.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB