Nach dem Bekanntwerden, dass das Abfallunternehmen Wurzer Umwelt im Landkreis Erding in kriminelle Geschäfte verstrickt gewesen sein soll, ist die Münchner Kreisbehörde alarmiert. Der Landkreis unterhält seit geraumer Zeit Geschäftsbeziehungen mit der in die Schlagzeilen geratenen Entsorgungsfirma aus Eitting. Sie holt zum Beispiel Teilmengen des Biomülls aus Aschheim, Garching, Ismaning, Kirchheim, Oberschleißheim, Unterföhring sowie Unterschleißheim ab und ist zum Teil für die Sperrmüllabfuhr unter anderem in Baierbrunn, Pullach, Grünwald, Grasbrunn oder Feldkirchen zuständig. Auch Abfälle mit Asbest und Mineralwolle aus dem Landkreis München werden zum aktuellen Zeitpunkt vom Abfallwirtschaftsbetrieb München über die Firma Wurzer entsorgt, wie eine Sprecherin des Landratsamtes auf SZ-Anfrage mitteilt.
Bereits bei den Vergaben von Aufträgen an den Eittinger Betrieb habe es in den vergangenen Jahren "einschlägige Eignungsbedenken gegenüber dem Unternehmen" gegeben, heißt es aus dem Landratsamt am Mariahilfplatz. Diese seien daher umfangreich geprüft und berücksichtigt worden. Gleiches gelte "selbstverständlich auch weiterhin bei etwaigen Neuvergaben".
Die Maßnahmen, die das Unternehmen ergriffen hat, seien dabei als ausreichend für die Zulassung zum Vergabeverfahren erachtet und bewertet worden. Mehr noch: "Insbesondere wäre im Ergebnis ein Ausschluss in den laufenden Vergabeverfahren rechtswidrig gewesen", schreibt die Kreisbehörde. Der Landkreis habe sich bei den vorangegangenen Vergaben von einer entsprechend qualifizierten Anwaltskanzlei beraten und vertreten lassen. Diese "kam zum selben Schluss".

