Süddeutsche Zeitung

Landesgartenschau-Park, Maria-Stadtler-Haus und Fahrpreise im Nahverkehr:Leserbriefe

Vom Wald bleibt ein trauriger Rest

Zum Bericht "Breite Wege durch die Sphären" in der Ausgabe vom 30. Dezember:

Im prämierten Entwurf des Parks von Sinai Landschaftsarchitekten (Stand Juli 2019) waren die Park-Hauptwege drei Meter breit in Form einer Acht als reine Gehwege geplant. Im vom Kirchheimer Gemeinderat beschlossenen zugehörigen Bebauungsplan war jedoch abweichend davon eine Nord-Süd-Verbindung als kombinierter Fuß- und Fahrradweg ausgewiesen, sodass jetzt im Nachhinein der gesamte "Achter" als Fuß- und Radweg umgeplant wurde.

Das Büro Sinai hatte im Juni 2020 aus Erfahrungen mit kombinierten Wegen auf mögliche Konflikte zwischen Fußgängern und den schneller fahrenden Radfahrern hingewiesen. Vermutlich aus Sicherheitsgründen wurden deshalb die kombinierten Fuß- und Fahrradwege auf fünf Meter verbreitert. Geplant sind aktuell ein 1,50 Meter breiter Streifen für Fußgänger und ein 3,50 Meter breiter Fahrweg für Radfahrer, die durch unterschiedliche Asphaltfarben optisch getrennt sind. Leider ist die Bewegungsfläche für Fußgänger und Rollstuhlfahrer in diesem Konstrukt zu klein bemessen.

Völlig neu wurde bei der Begehung am 8. Dezember von der Landesgartenschau GmbH kommuniziert, dass zusätzlich links und rechts neben den fünf Meter breiten Asphaltwegen je 1,50 Meter breite Seitenstreifen angelegt und innerhalb der Sphäre Wald gerodet werden. Über die Funktion dieser Seitenstreifen haben wir leider keine Auskunft erhalten.

Die ohnehin recht kleine Sphäre Wald mit maximal 3860 Quadratmeter würde durch die jetzt zweimal acht Meter breiten Wege-Schneisen des "Achters" noch weiter zerschnitten und um 864 Quadratmeter verkleinert. Von der ehemals 13 690 Quadratmeter großen zentralen Waldfläche bliebe so nur noch ein trauriger Rest von nicht einmal 3000 Quadratmeter übrig.

Der überwiegende Teil der anwesenden Naturschützer der drei Kirchheimer Vereine sah diese Pläne kritisch. Man war sich einig, dass Fußgänger im Park erste Priorität haben sollten und rücksichtsvolles Radfahren auch auf drei Meter breiten Geh- und Radwegen gut möglich ist. Der Abschnitt des Münchner Radlrings in unserer Nachbargemeinde Aschheim ist ein gutes Beispiel dafür.

Dr. Constanze Friemert, Vorsitzende des Vereins IG Wall, Kirchheim

Pflegepersonal steht im Regen

Zur Meldung "Sparversion für Rathausweg" in der Ausgabe vom 8. Januar:

Schade, dass der überdachte Verbindungsweg zwischen Rathaus und altem Maria- Stadler-Haus (neue Bauverwaltung der Gemeinde) nun wegen der prekären Finanzlage der Gemeinde abgespeckt für 210 000 statt 280 000 Euro gebaut werden muss. Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) hält einen überdachten Weg für unverzichtbar.

Unverständlich, dass ein überdachter Verbindungsweg zwischen dem neuen Maria-Stadler-Haus (Altenheim) und dem "Wohnen mit Service", wofür das Personal des Maria-Stadler-Hauses auch zuständig ist, für den alten Gemeinderat mit dickem Geldbeutel kein Thema war und nun leider auch für den neuen Gemeinderat nicht. Das Personal muss bei jedem Wetter, sommers, winters, tags und nachts ungeschützt den Weg zwischen den beiden Gebäuden zurücklegen!

Renate Schrepf, Haar

Teurer Onkel

Zum Artikel "Wenn 3,30 Euro nicht gleich 3,30 sind" in der Ausgabe vom 30. Dezember:

Danke an Michael Morosow für diesen Artikel. Auch wenn es kein direkter Vergleich ist, die Bahn schafft auch beim Bayern-Ticket Fahrpreis-Mysterien. Versuchen Sie mal, bei der DB online ein Bayern-Ticket für die beiden Eltern, einen Onkel und ein Kind unter 14 Jahren zu kaufen. Wir jedenfalls sind darüber gestolpert, dass das Kind zwar kostenlos mitfahren kann, wenn nur die beiden Eltern reisen, aber nicht, wenn noch der Onkel mitfährt. Beim bayerischen Sozialministerium als Beschwerdestelle hat man nicht einmal reagiert.

Erich Weichselgartner, Kissing

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Quelle:
SZ vom 20.01.2021
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