Landesgartenschau 2024 eröffnet:Wasser, Wildnis, Rooftop-Bar

Lesezeit: 4 min

Zwischen Kirchheim und Heimstetten findet die nächsten 145 Tage die Landesgartenschau statt. (Foto: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON)

An diesem Mittwoch eröffnet die Landesgartenschau in Kirchheim bei München. An 145 Tage locken mehr als 3500 Veranstaltungen. Ein Überblick über Programm, Öffnungszeiten, Preise und Anreisemöglichkeiten.

Von Anna-Maria Salmen, Kirchheim

Gut zweieinhalb Jahre glich das lange brachliegende Gebiet zwischen Kirchheim und Heimstetten einer Kraterlandschaft. Nun haben die Baustellen ein Ende: Für die Landesgartenschau wurden Äcker und Felder in einen blühenden Park verwandelt, der die beiden Kirchheimer Gemeindeteile verbinden soll. Die neue grüne Mitte soll den Bürgern über Generationen zur Verfügung stehen - die Landesgartenschau dient also auch als große Eröffnungsfeier für den Park. An diesem Mittwoch, 15. Mai, geht es los, hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wann kann man die Landesgartenschau besuchen?

Von diesem Mittwoch an ist die Landesgartenschau bis zum 6. Oktober 145 Tage lang geöffnet. Zugänglich ist das Gelände täglich von 10 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Die Kassen schließen um 18 Uhr. Bei Abendveranstaltungen verlängern sich die Öffnungszeiten.

Was gibt es zu sehen?

Der neue Park, der in den vergangenen Jahren zwischen Kirchheim und Heimstetten entstanden ist, ist knapp 14 Hektar groß. Das Konzept des Landschaftsarchitekten-Büros Sinai aus Berlin teilt das Gelände in fünf Themensphären:

Für die Wassersphäre wurde im Zentrum des Parks eigens ein See mit mehr als 7300 Quadratmetern Wasserfläche angelegt. Am Nordufer vor dem neuen Rathaus sorgt ein Wasserspiel für Unterhaltung, auf balkonartigen Uferplätzen kann man den Blick über den See schweifen lassen. Das Ufer im Westen ist hingegen naturnah gestaltet: Von einer großen Liegewiese aus ist die Wasserfläche frei zugänglich. Baden ist im See jedoch nicht erlaubt.

Ein eigens angelegter See ist Mittelpunkt der "Wassersphäre", einem von fünf Themenbereichen der Landesgartenschau. (Foto: Claus Schunk)

In der Wildnissphäre soll die Natur weitgehend sich selbst überlassen bleiben. Möglichst wenig haben die Planer daher an dem gut eingewachsenen Baumbestand verändert. Kleine Pfade führen zu fünf Lichtungen, genannt Inseln, die thematisch unterschiedlich gestaltet sind.

Auch in der Waldsphäre wurde ein bestehendes Wäldchen zumindest teilweise erhalten und in den Park eingebunden. Zwischen den Bäumen gibt es nicht nur einen Spielplatz, sondern auch einen Aussichtshügel, der bei gutem Wetter den Blick auf die Alpen ermöglichen soll.

Für Kinder gibt es Spielplätze. (Foto: Claus Schunk)

Die Gartensphäre am nördlichen Ende des Parks ist den Kirchheimern gewidmet. In den Bürgergärten haben bereits vor Beginn der Landesgartenschau ausgewählte Bewohner die Gelegenheit bekommen, ihre kleine Parzelle ganz nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Die Ergebnisse sind vielfältig und reichen von Tee- und Naschgärten bis hin zu Blütenoasen.

Die Blumeninseln werden im Laufe der Ausstellung noch aufblühen. (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Die Wiesensphäre im Süden des Parks soll mit ihren üppigen Blüten als Refugium für Insekten dienen. In den grasbewachsenen Randbereichen werden zudem Fitnessgeräte für alle Altersklassen aufgestellt.

Welche Veranstaltungen stehen auf dem Programm?

Bei über 90 Ausstellungsbeiträgen können die Besucher sich unter anderem Inspirationen für die Garten- und Balkongestaltung holen, Kunsthandwerk entdecken und sich über Themen wie Artenschutz und Nachhaltigkeit informieren.

Mehr als 3500 Veranstaltungen sind zudem während der Landesgartenschau geplant. Ein gesondertes Ticket braucht man dafür nicht, alle Events sind in der regulären Eintrittskarte inbegriffen. Das Programm ist vielfältig, von Sport und Bewegung über verschiedenste Vorträge bis hin zu Kabarett und Konzerten. Zu den Highlights zählen unter anderem Auftritte des Kabarettisten Django Asül, der Sängerin Claudia Koreck und des Akustik-Quartetts Quadro Nuevo. Einen ausführlichen Überblick über das Veranstaltungsprogramm gibt es auf der Internetseite der Kirchheimer Landesgartenschau.

Was ist kulinarisch geboten?

Eine Anlaufstelle für ausgiebige Pausen bietet die Gastronomie im neu gebauten Bürgersaal im nördlichen Parkteil, nicht weit entfernt von der Kasse Kirchheim. An festen Tischen innen und außen mit Blick auf den neuen Parksee gibt es hier regionale und modern interpretierte Speisen und Getränke.

Strandbar-Feeling kann man an der Blütenbar erleben, die direkt am Ufer des Sees liegt. Sie bietet nicht nur Cocktails, Apéro und verschiedene Biere an, sondern auch Limonaden und Kaffee. Zudem gibt es hier fertig gepackte Picknickkörbe mit Getränken und Snacks, die man sich an seinen persönlichen Lieblingsplatz auf dem Gelände mitnehmen kann.

Am Generationenplatz im südlichen Parkteil, nahe der Kasse Heimstetten, bietet das Restaurant "Bienenstock" saisonale und regionale Gerichte an. An der Rooftop-Bar "Blütenrausch" kann man das Treiben auf der Landesgartenschau bei einem Getränk von oben betrachten. Foodtrucks versorgen die Besucher an wechselnden Standorten mit Snacks und Getränken.

Tulpen dürfen bei einer Landesgartenschau natürlich nicht fehlen. (Foto: Claus Schunk)

Wie viel kostet der Eintritt?

Tageskarten kosten regulär 19,50 Euro, Rentner zahlen 17,50 Euro. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre kommen kostenlos auf die Landesgartenschau, 18-Jährige können den Kulturpass der Bundesregierung einlösen.

Wer schon weiß, dass er die Gartenschau öfter besuchen will, der kann über eine Dauerkarte nachdenken. Regulär ist sie für 125 Euro erhältlich, sie lohnt sich damit vom siebten Besuch an. Für Rentner kostet die Dauerkarte 115 Euro.

Wie kommt man zum Gelände?

Auf die Landesgartenschau kommt man über zwei Eingänge: Eine Kasse befindet sich in Kirchheim, eine zweite in Heimstetten. Die Veranstalter empfehlen die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Davon profitieren die Besucher dann auch direkt an den Kassen: Nutzer des ÖPNV erhalten bei Vorlage des Tickets einen Euro Rabatt auf die Tageskarte.

Die S-Bahn-Linie S2 bringt Besucher bis zum Bahnhof Heimstetten. Von dort aus gelangt man zu Fuß in circa zehn Minuten zum Gelände. Auch die Buslinien 263 und 262 fahren zur Landesgartenschau, beide starten auch an den U-Bahn-Haltestellen Messestadt West und Ost.

Mit dem Auto kommt man über die Ostumfahrung der A99 oder über die A94 zur Landesgartenschau. An der Kasse Kirchheim, Hauptstraße 47, gibt es einen großzügigen, kostenpflichtigen Parkplatz (fünf Euro pro Tag). Alternative Parkmöglichkeiten im Umfeld gibt es nicht.

Auch mit dem Fahrrad ist die Anfahrt möglich, allerdings darf man auf dem Gelände selbst nicht radeln. Die Räder können an Ständern vor beiden Kassen abgestellt werden. Wer länger bleiben will, kann sein Wohnmobil für maximal zwei Nächste auf dem Busparkplatz an der Parkallee 20 abstellen. Versorgungseinrichtungen für Wohnmobile sind allerdings nicht vorhanden.

Weitere Informationen und einen Geländeplan finden Besucher unter kirchheim2024.de .

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

SZ PlusAusbreitung der Tigermücke
:"Wir können es uns nicht leisten, nichts zu tun"

Die Asiatische Tigermücke breitet sich aus in und um München. Wie man sie erkennt und wie jede Privatperson bei der Bekämpfung helfen kann, erklärt Frank Just vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Interview von Sophia Coper

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: