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Lärmschutz:Unterhaching setzt auf den Wall

Für ein Tempolimit auf der A 995, das auch tagsüber gilt, hat sich die Gemeinde immer wieder vergeblich eingesetzt.

(Foto: Claus Schunk)

Weil ein Tempolimit auf der A 995 nicht kommt, soll nun Erde aufgeschüttet werden

Das Bauamt im Unterhachinger Rathaus hat ein umfangreiches Thema mit in die Sommerpause genommen, und das heißt Lärmschutzwall an der Giesinger Autobahn. Wie Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) in der letzten Gemeinderatsitzung vor den Ferien erläuterte, will er bis September alle Eckpunkte zu einer möglichen Errichtung eines solchen Bauwerks entlang der A 995 klären, damit er dem Gremium dann einen "sinnvollen" Beschlussvorschlag unterbreiten kann.

Nach dem Gespräch im Bau- und Verkehrsministerium mit Staatssekretär Josef Zellmeier erhielt die Unterhachinger Rathausverwaltung kürzlich eine schriftliche Zusammenfassung des Treffens. Panzer brachte es in der Sitzung so auf den Punkt: "Das Staatsministerium unterstützt uns, die Kosten sind von der Gemeinde zu tragen." Um in der Sache voranzukommen, will er als ersten Schritt nun in ein Bebauungsplanverfahren eintreten. "Dann wenden wir sehen, ob wir einen Bebauungsplan brauchen oder nur eine Baugenehmigung, was Zeit sparen würde", so der Bürgermeister.

Er verfolgt damit nun die Idee, die von Bürgern an ihn herangetragen worden war, das Aushubmaterial der zweiten Stammstrecke in München zu einem Wall aufschütten zu lassen. Denn Panzer musste in dieser Sitzung auch einräumen, dass es mit der von ihm stets verfolgten Geschwindigkeitsreduzierung auf 80 Stundenkilometer rund um die Uhr erst einmal nichts wird. Wie schon bei allen Anfragen zu einem Tempolimit zwischen dem Autobahnkreuz München-Süd und dem McGraw-Graben in den Jahren zuvor, wurde dieses erneut sowohl vom Verkehrs- als auch vom Innenministerium "nicht in Aussicht gestellt". Unfallhäufigkeit, Verkehrsaufkommen und Lärmbelastung sind nach Angaben der Behörden nicht hoch genug, um Tempo 80 zu rechtfertigen.

Bleibt also der Lärmschutzwall. Das anvisierte Material dazu gehört der Deutschen Bahn, mit der Panzer bereits gesprochen hat. "Wenn es so zutrifft wie erklärt, könnte es vom Kostenrahmen interessant werden", sagte der Unterhachinger Bürgermeister. 100 000 Tonnen würden benötigt, was 10 000 Bewegungen mit Lastwagen bedeute. "Wir müssen gemeinsam mit der Autobahndirektion schauen, wie wir hinkommen", sagte Panzer. Zudem gehöre ein Teil der Grundstücke entlang der Strecke nicht dem Bund oder dem Freistaat, sondern den bayerischen Staatsforsten. Er müsse bis September klären, ob die Gemeinde sie erwerben oder pachten könne, sagte Panzer. "Wenn wir sie kostenlos pachten, wäre die Entscheidung dafür einfacher", erklärte der Bürgermeister.

All diese Punkte hatte auch die CSU in einem Antrag für diese Sitzung formuliert, der Bürgermeister war dem allerdings zuvor gekommen. Auch die Grünen hatten sich mit dem Thema beschäftigt und wollen nun vor allem die Kostenfrage geklärt haben. Schließlich habe das Lärmschutzgutachten hierüber noch keine Informationen geliefert. Die Grünen beantragten, verschiedene Varianten durchzurechnen, also sowohl den Wall, als auch ein Wand sowie einen Wall mit zusätzlicher Wand auf dem Grat. Sie hätten zudem gerne eine Einschätzung, ob Photovoltaik auf dem Bauwerk möglich wäre.