Zwei Gedenkstätten für Kurt Landauer gibt es schon länger: Eine Statue am Rande des FC-Bayern-Trainingsgeländes an der Säbener Straße in München-Harlaching und eine Gedenktafel vor der Allianz-Arena in Fröttmaning. Seit Sonntag, dem 140. Geburtstag Landauers, ist eine solche Tafel auch am Geburtshaus des früheren Bayern-Präsidenten in der Bahnhofstraße 31 in Planegg angebracht. Der aktuelle Boss des Vereins, Herbert Hainer, und Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU) waren bei dem kleinen Festakt am Sonntagnachmittag anwesend, ebenso wie Christian Kröll von der Kurt-Landauer-Stiftung.
In seiner Rede erinnerte Kröll daran, dass der 1961 verstorbene Landauer bis heute der „langjährigste Präsident des FC Bayern“ gewesen ist, und das „obwohl er 1933 aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten sein Amt niederlegen musste“. Landauer war Jude, viele Familienmitglieder wurden von den Nationalsozialisten ermordet. „Kurt Landauer überlebte nur, weil er in letzter Minute ins Schweizer Exil fliehen konnte“, so Kröll.
Er schilderte auch, wie der Verfolgte nach dem Krieg in seine Stadt und zu seinem FC Bayern zurückkehrte. „Mit seiner verbindenden Wirkung wurden tiefe Gräben überwunden. Er wurde wieder Präsident und lebte in München bis zu seinem Tod“, sagte der Vertreter der Stiftung. Es sei dem Einsatz von engagierten Anhängern Autoren, Historikern und Mitarbeitern des Vereins zu verdanken, dass diese zwischenzeitlich vergessene Geschichte wieder omnipräsent sei.
Herbert Hainer hatte sich schon im Vorfeld von Landauers 140. Geburtstag auf der Homepage des FC Bayern geäußert. Er bezeichnete den Mann, der von 1913 bis 1914, von 1919 bis 1933 und erneut von 1947 bis 1951 an der Spitze des Vereins stand, als „ein Vorbild für Versöhnung, ein Vorbild dafür, dass man auch die tiefsten Gräben überwinden und gemeinsam etwas aufbauen kann. Dafür werden wir Kurt Landauer immer dankbar sein“, so Hainer.

