Unterhaching:Kampfabstimmung ums Kubiz

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Der Streit um die Nutzung des Kubiz in Unterhaching geht weiter. (Foto: Sebastian Gabriel)

CSU und Grüne im Unterhachinger Gemeinderat lehnen die Pläne für eine Kinderbetreuung im Kultur- und Bildungszentrum ab. SPD-Bürgermeister Wolfgang Panzer hält das für „eine Frechheit“. Nächste Woche muss der Gemeinderat final entscheiden.

Von Patrik Stäbler, Unterhaching

Im Gezerre um den Umbau des Unterhachinger Kultur- und Bildungszentrums (Kubiz) und den damit einhergehenden Auszug der Volkshochschule bahnt sich eine Kampfabstimmung an. So lehnten CSU und Grüne im Hauptausschuss des Gemeinderats die Pläne von Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) ab, wonach im zweiten Stock des Gebäudes neue Räume für die Kinderbetreuung geschaffen werden sollen. Die übrigen Fraktionen stimmten jedoch für das Vorhaben, sodass am Ende eine Mehrheit von sieben zu sechs Stimmen stand. Nun wird mit Spannung die Entscheidung des Gemeinderats in der kommenden Woche erwartet. Dort verfügen Grüne und CSU zusammen über 15 von 31 Stimmen.

„Das Kubiz ist eines der wenigen funktionierenden Gebäude in Unterhaching, wo Jung und Alt zusammenkommen“, argumentierte Claudia Köhler (Grünen) für einen Verbleib der VHS in dem Gebäude – und gegen deren geplanten Umzug ins Kinderhaus am Oberweg. Sie kritisierte, dass seitens der Verwaltung „scheibchenweise die Vorschläge kommen“, und betonte: „Die zweifelsohne wichtige Bildung der Kinder gegen die Bildung der Erwachsenen auszuspielen, halten wir nicht für zielführend.“ Als Alternative, um die notwendigen Plätze für die Kinderbetreuung zu schaffen, brachte Köhler einen Containerbau auf dem gemeindeeigenen Grundstück vis-à-vis der Jahn-Grundschule ins Spiel.

Die Gemeinde ist wegen der Ganztagsbetreuung unter Druck

Ihre Worte brachten Wolfgang Panzer hörbar in Rage, der sich noch während der Rede der Grünen-Politikerin echauffierte: „Das ist eine Frechheit!“ Der Bürgermeister erinnerte an den angespannten Haushalt und die freien Kapazitäten im Kinderhaus plus: „Ich weiß nicht, wieso wir ein neues Gebäude bauen sollten, wenn wir hier ein bestehendes haben“, sagte Panzer. Zudem wies er darauf hin, dass der Umbau des Kubiz sowohl finanzierbar als auch zeitlich umsetzbar sei. Schließlich steht die Gemeinde unter dem Druck, bis September 2026 die Kapazitäten bei der nachschulischen Betreuung zu erhöhen. Denn von dann an wird stufenweise ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Grundschülerinnen und Grundschüler eingeführt.

Um dieser Vorgabe gerecht zu werden, fehlen der Gemeinde laut Rathausmitarbeiterin Astrid Abou El Ela im Sprengel der Jahn-Grundschule fast 200 Plätze. Eine Option für gut 70 Kinder wären demnach vier Klassenzimmer in der Schule, in denen sie Hausaufgaben machen könnten. Derweil würden durch den geplanten Umbau im zweiten Stock des Kubiz 127 Betreuungsplätze entstehen.

Die Musikschule könnte dabei ebenso im Gebäude verbleiben wie die Senioren und das Kulturamt; die VHS jedoch müsste komplett ins Kinderhaus umziehen. Die Kosten für den Umbau beziffert das Rathaus auf circa eine Million Euro; knapp die Hälfte davon werde die Gemeinde jedoch in Form von Zuschüssen erhalten. Spätestens im März 2025 müssten die Arbeiten beginnen, sagte Christian Franke von der Bauverwaltung, „sodass die Plätze im September 2026 bereitstehen“.

Um diesen Zeitplan einzuhalten, braucht es freilich noch einen Beschluss des Gemeinderats. Er wird sich am kommenden Mittwoch mit dem Thema befassen.

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