Die Kirche ist, wie es sich für eine katholische Gemeinde gehört, an jenem Sonntagvormittag gerammelt voll. Auch zahlreiche Kinder lauschen an diesem 1. Juli 1945 den Worten des Putzbrunner Pfarrers Karl Seeböck. Nach der Messe machen sie sich übermütig auf den Heimweg. Keine hundert Meter vom Gotteshaus entfernt findet eine Gruppe von Schülern vor der Schmiede an der Glonner Straße eine Handgranate ‒ offenbar ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, er ist gerade erst zwei Monate vorbei. Und das Unglück nimmt seinen Lauf. Die Explosion des Blindgängers kostet fünf Buben zwischen neun und zwölf Jahren das Leben, vier davon sind auf der Stelle tot, einer stirbt einige Tage später, zwei weitere überleben schwer verletzt.
80 Jahre KriegsendeSie dachten, der Krieg sei überstanden
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„Der tiefe Schmerz, den wir noch immer in unseren Herzen tragen“: Die Mutter der toten Brüder Anton (links) und Heinrich Tomasini (rechts) hat das Bild mit dem Konterfei des Großvaters der Buben und Edelweiß aus der ursprünglichen Heimat Südtirol gebastelt.
privatZwei Monate nach der deutschen Kapitulation sterben in Putzbrunn fünf Kinder bei der Explosion eines Blindgängers. Unter den Opfern sind zwei Brüder des späteren Bürgermeisters Albert Tomasini. Dieser überlebt nur durch einen glücklichen Umstand.
Von Stefan Galler, Putzbrunn
