Kreistag:Verschuldung durch Coronakrise

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Grüne fordern schnelle Hilfe für Betroffene

Immer mehr Menschen im Kreis München geraten durch die Corona-Pandemie existenziell in Not. Darauf hat der Caritasverband München Freising hingewiesen. Die Kreistagsfraktion der Grünen reagierte sofort auf den Hilferuf und fordert in einem Antrag im Kreistag schnelle Hilfe. So soll es eine zusätzliche Stelle für die Schuldnerberatung der Caritas geben, befristet auf ein Jahr. Mit einer Sonderhilfe von 500 000 Euro soll Betroffenen schnell geholfen werden.

Empfänger von Sozialhilfe, Geringverdiener, aber auch Angestellte mit mittlerem Einkommen und Solo-Selbstständige rutschen derzeit noch tiefer in die Armut. Die Gründe dafür sind unter anderem Jobverlust und Kurzarbeit bei gleichzeitig erhöhten Kosten durch Homeschooling, Homeoffice und allgemein erhöhte Lebenshaltungskosten, so der Antrag. Grünen Kreisrätin Ingrid Lindbüchl sieht nach einer virtuellen Konferenz mit Vertretern der Caritas dringenden Handlungsbedarf: "Das Geld soll die Menschen erreichen, die jetzt durch Wegfall ihres Jobs oder durch Kurzarbeit ihre Miete nicht mehr bezahlen können, oder für die Stromrechnung keinen Cent mehr übrig haben, auch, wenn sie noch nicht Sozialhilfe beziehen."

Antje Spilsbury, stellvertretende Geschäftsführerin des Caritasverbands, macht die stetig wachsende Zahl der Menschen, die täglich ihre Schuldnerberatung aufsuchen, große Sorge. "Der Lehrerin, die ganz frisch Mutter geworden ist und deren Mann den Job verloren hat und vielen Menschen mehr, die durch die Coronakrise unverschuldet in Not geraten sind, muss schnell und unkompliziert geholfen werden!" Unter den Hilfesuchenden sind laut Spilsbury auch immer mehr Menschen aus der Mittelschicht. Die Finanzierung des Fonds soll über außer- beziehungsweise überplanmäßige Ausgaben erfolgen. Auf Bundesmittel zu warten, dauere zu lange und sei zu kompliziert. Kreisrätin Gudrun Hackl-Stoll: "Verdurstenden muss man sofort Wasser geben und sie nicht mit fernen Oasen vertrösten." Über den Grünen Antrag stimmt der Kreisausschuss voraussichtlich bei seiner nächsten Sitzung am 22. Februar ab.

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