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Kreisbehörde:Weg vom Mariahilfplatz

Landratsamt könnte langfristig ganz umziehen

Von Martin Mühlfenzl, Landkreis

In der Standortfrage für die Verwaltung des Landratsamtes deutet sich ein Paradigmenwechsel an. Landrat Christoph Göbel (CSU) deutete am Mittwoch an, "langfristig" könne das Landratsamt am Mariahilfplatz in der Münchner Au aufgegeben werden. Gehe es nach ihm, laufe es auf nur noch einen einzigen Standort - neben der Kfz-Zulassungsstelle in Neukeferloh - für die etwa 1700 als Mitarbeiter hinaus, sagte Göbel bei der Beratung des Kreis-Finanzausschusses über einen Nachtragshaushalt für das laufende Jahr. Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass sich der Landkreis in Verhandlungen über den Ankauf eines Grundstücks samt Gebäude in der Messestadt Riem befindet; der Kreistag hat bereits 100 Millionen Euro bereit gestellt.

Dass die Thematik in der Sitzung zur Sprache kam, ist dem Umstand geschuldet, dass sich die Kreisräte bei der Suche nach Einsparpotenzialen angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie auch mit den landkreiseigenen Immobilien beschäftigen müssen. Dabei erkundigte sich Grünen-Fraktionschef Christoph Nadler nach der Standort-Strategie, was ihm sogleich eine Rüge des Landrats einbrachte, da der Ankauf des Areals in Riem wegen Belanger Dritter nur nichtöffentlich behandelt werden dürfe.

Dennoch verriet Göbel auf Nachfrage Nadlers, dass aus der bisherigen "Zwei-Standorte-Strategie" aus Mariahilfplatz und Riem eine "Ein-Standort-Strategie" werden könne. Der SZ sagte Göbel im Anschluss an die Sitzung: "Wenn es etwas wird, ist es ein richtig guter Deal."

Dass sich der Landkreis auf die Suche nach einem neuen Standort macht, hat zwei Gründe: Erstens platzt das Landratsamt in der Au aus allen Nähten. Und zweitens zahlt die Behörde für ihre insgesamt sieben Standorte, die quer über die Landeshauptstadt verteilt sind, plus Neukeferloh jährlich drei Millionen Euro Miete. "Was die Strategie betrifft, sind wir einer Meinung", sagte Annette Ganssmüller-Maluche. (SPD) "Wir müssen runter von den Mieten."

© SZ vom 17.06.2021
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