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Kommunikation:Aktuell und schnell

Stadtrat diskutiert Formen der Bürgerinformation

Von Klaus Bachhuber, Unterschleißheim

Seit mehr als fünf Jahren ist die Bürgerinformationsbroschüre der Stadt Unterschleißheim nun schon vergriffen. Und das Nachschlagewerk wird wohl auch nicht neu aufgelegt. Ein Argument dafür: Nach gut fünf Jahren gab es die erste Nachfrage nach einer Neuauflage. Die Stadt setzt stattdessen auf die umfassende Zugänglichkeit aller Adressen und Zuständigkeiten online sowie als gedruckte Ergänzung auf das im Jahr 2016 erstmals zusammengestellte Faltblatt "Kurz, prägnant, interessant".

Die Bürgerbroschüre mit 100 Seiten im Hochglanzformat, finanziert durch Inserate örtlicher Betriebe, war zuletzt 2008 erschienen, zum Start der vorigen Wahlperiode des Stadtrats. Seit 2012 sind die 6000 Exemplare dieser Auflage vergriffen. Statt einer Neuauflage hat das Rathaus vor zwei Jahren nun ein 14-seitiges, werbefreies Faltblatt herausgegeben mit allen wichtigen Informationen zur Stadtverwaltung und auch weitere Einrichtungen, Behörden und Ämter sind aufgeführt.

Dieser kleine Bogen wird jährlich aktualisiert und kann so deutlich aktueller gehalten werden als die aufwendige Broschüre, in der häufig die Ansprechpartner oder Zuständigkeiten nicht mehr zutreffend waren. Für den üblicherweise am wenigsten internet-affinen Bevölkerungskreis gibt es zudem seit 2017 einen eigenen Senioren-Wegweiser mit ergänzenden einschlägigen Informationen. Die Stadtverwaltung möchte es nun bei diesem Angebotspaket belassen und nicht wieder zur konventionellen Broschüre zurückkehren. Im Hauptausschuss des Stadtrats fügte Stefan Diehl (CSU) dann einen weiteren Vorschlag zur Altpapiervermeidung an: "Mit den gleichen Argumenten könnte man auch den 'Zeitspiegel' in Frage stellen."

Der Zeitspiegel war als bunter Jahresbericht über das Rathausgeschehen von Bürgermeister Christoph Böck (SPD) initiiert worden. Folglich teilte Böck den Vergleich nicht. Während alle Inhalte der Bürgerbroschüre auch online verfügbar seien und dort viel aktueller, seien die Themen des Zeitspiegels auf der Gemeindehomepage "so detailliert nicht aufbereitet". Daher biete hier das Druckerzeugnis "einen deutlichen Mehrwert". Das Heft sei "gut lesbar", urteilte Böck, "das heben sich viele Leute auch zuhause auf".

© SZ vom 30.01.2018
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