Die Überraschung ist ausgeblieben. Die Wählerinnen und Wähler haben Münchens Landrat Christoph Göbel mit deutlicher Mehrheit im Amt bestätigt. Der seit 2014 amtierende CSU-Politiker hat sich in der Stichwahl mit 63,2 Prozent der Stimmen gegen seine verbliebene Herausforderin Marion Seitz von den Grünen durchgesetzt. „Ich bin wirklich glücklich“, sagte Göbel am Wahlabend im Landratsamt. „Ich liebe meinen Beruf.“ Das Ergebnis sei ein „großer Vertrauensbeweis“. Die 46-jährige Marion Seitz zeigte sich ihrerseits „superzufrieden“ mit ihrem Ergebnis als „Newcomerin“ in der Kreispolitik.
Göbel war nach 46,3 Prozent im ersten Wahlgang vor zwei Wochen als klarer Favorit in das Duell gegangen, seine mittlerweile dritte Stichwahl. Seitz hatte mit 20,8 Prozent nicht einmal halb so viele Stimmen erhalten.
Der CSU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Florian Hahn sprach im vierten Stock des Landratsamts von einem „herausragenden Ergebnis“. Göbel habe einen immens fleißigen Wahlkampf geführt. Die Wähler hätten mit ihm für eine „verlässliche Größe“ im Landratsamt votiert. Der Oberhachinger Bürgermeister und CSU-Fraktionschef im Kreistag, Stefan Schelle, sagte, Göbel habe sich das „sehr, sehr gute Ergebnis redlich verdient“. Er habe den Landkreis durch etliche Krisen geführt und mit „Kraft und Optimismus“ die Menschen mitgezogen. Grünwalds Bürgermeister Jan Neusiedl, ebenfalls CSU, sprach von einer „verdienten Anerkennung“ für einen Landrat, der immer engen Kontakt auch zu den Bürgermeistern halte.

Gegen 19.50 Uhr brandete minutenlanger Applaus auf. Das Ergebnis stand zu diesem Zeitpunkt so gut wie fest. Göbel dankte in einer kurzen Rede seiner Herausforderin Marion Seitz für einen fairen Wahlkampf. Die kommenden sechs Jahre, kündigte Göbel an, stünden für ihn politisch unter der „großen Überschrift Modernisierung“. Die Welt verändere sich rasant, das habe er auch im Wahlkampf erfahren. Meinungsbildung funktioniere heute anders. Darauf müssten die Kommunen Antworten finden.
Grünen-Kandidatin Marion Seitz wollte sich nach der Stichwahl nicht als Verliererin sehen. „Wir haben die richtigen Themen angesprochen“, sagte sie. Sie hatte die Krise auf dem Wohnungsmarkt zum Thema gemacht, dazu Digitalisierung und Bürgerbeteiligung vor allem für Jüngere. Die Stimmung bei den Grünen hob schließlich auch der Sieg von Dominik Krause in München. Seitz kündigte an, eventuell noch mit den Münchner Parteifreunden in der Muffathalle feiern zu wollen.

