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Kommunalwahl in Hohenbrunn:CSU lässt Grünen den Vortritt

Hohenbrunn, Porträt von Anke Lunemann, die für die Grünen als Bürgermeisterkandidatin antritt.

Die von den Grünen nominierte Unternehmerin Anke Lunemann landete bei der Bürgermeisterwahl in Hohenbrunn nur auf Platz drei. Nun wird sie Zweite Bürgermeisterin.

(Foto: Angelika Bardehle)

Anke Lunemann wird Zweite Bürgermeisterin

Die konstituierende Sitzung des Hohenbrunner Gemeinderats am Dienstagabend bot Überraschungen. Zum einen wurde in Anke Lunemann eine Grüne zur Zweiten Bürgermeisterin gewählt, zum anderen unterlag Pauline Miller (ÜWG-FW/Bürgerforum), bei der Wahl zur Dritten Bürgermeisterin gegen die Amtsinhaberin Regina Wenzel (SPD). Dabei hatte Miller bei den Gemeinderatswahlen nach Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) die meisten Stimmen erhalten.

Doch begann der Abend damit, dass eine sechsköpfige Gruppe gedrängt wurde, die Turnhalle und auch das Schulhaus in Hohenbrunn zu verlassen, weil es im Saal keine Plätze mehr für sie gebe. Die 16 Stühle für interessierte Zuhörer waren besetzt, zwei Turnhallenbänke entfernt vom Gremium blieben jedoch leer. Selbst stehend durften die sechs Besucher, darunter der Sohn von Petra Schulz-Geßl (FDP) und die Frau von Manfred Haucke (Bürgerforum), die Vereidigung der sieben neuen Ratsmitglieder nicht mitverfolgen.

Zur Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter anschließend verkündete Anton Fritzmaier im Namen der CSU-Fraktion: "Wir haben uns lange mit der Frage nach einem Kandidaten auseinander gesetzt, aber keinen gefunden." Die Grünen schlugen Anke Lunemann als Zweite Bürgermeisterin vor. Sie werde "mit unverstelltem Blick neuen Wind und Schwung in das Gremium bringen und sei eine berufs- und lebenserfahrene Frau", versprach ihre Parteifreundin Martina Kreder-Strugalla (Grüne). Das Bürgerforum benannte Karlheinz Vogelsang. Dieser erhielt nur fünf, Lunemann hingegen 14 Stimmen, bei zwei ungültigen.

Miller trat dann zur Wahl zur Dritten Bürgermeisterin gegen die bisherige Amtsinhaberin Wenzel (SPD) an. Die Entscheidung würde knapp, war allen im Raum klar, denn die Fraktionen von CSU und SPD haben ebenso zehn Vertreter wie das Bürgerforum zusammen mit den Grünen. Würde die Stimme der neu ins Gremium gewählten Petra Schulz-Geßl (FDP) den Ausschlag geben? Sicher war es nicht, die Wahl war geheim. Wenzel siegte mit elf zu zehn Stimmen.

Pauline Miller bleibt also Fraktionsvorsitzende und vertritt Hohenbrunn im Zweckverband weiterführende Schulen im Südosten des Landkreises. Eine Enttäuschung? "Wir hatten einen sehr fairen Wahlkampf und ein sehr deutliches Wählervotum. Dieses wurde gestern jedoch ignoriert", kommentierte Miller ihre Niederlage im Gemeinderat am Mittwoch. Dabei wäre es ihrer Ansicht nach die Chance gewesen, Zeichen zu setzen und der überfraktionellen Zusammenarbeit den Weg zu weisen für die Vorhaben des Gemeinderats. "Wenn man in Zukunft das Vertrauen der Bürger halten will, muss man aber genau das schaffen. Da sind jetzt alle gefordert", so Miller.

© SZ vom 14.05.2020

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