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Kommunalwahl:"Eine bessere haben wir nicht"

Pullach, Grüne nominieren wieder Susanna Tausendfreund als BM-Kandidatin,

Susanna Tausendfreund von den Grünen will Bürgermeisterin von Pullach bleiben.

(Foto: Angelika Bardehle)

Pullachs Grüne nominieren Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund.

Die Pullacher Grünen setzen weiter auf ihr Zugpferd: Bei ihrer Ortsverbandsversammlung am Dienstag haben sie einstimmig beschlossen, Susanna Tausendfreund nach deren Triumph vor fünf Jahren abermals ins Rennen um das Bürgermeisteramt zu schicken. Die Veranstaltung im Bürgerhaus geriet dabei zu einer Demonstration des Wohlwollens gegenüber der "besten Bürgermeisterin im Landkreis München", wie Wahlleiter Christoph Nadler, selbst designierter Landratskandidat, seine langjährige politische Begleiterin nannte.

"Ich bin froh, wenn es Susanna wieder wird, eine bessere haben wir nicht", sagte auch Lutz Schonert, der ohne eine Gegenstimme bei einer Enthaltung als Sprecher der Grünen bestätigt wurde, die nun eine Doppelspitze haben. Schonert zur Seite steht jetzt Gemeinderätin Renate Grasse, die bei ihrer Wahl mit zehn Stimmen vier Enthaltungen und zwei Nein-Stimmen hinnehmen musste.

Nach dem sensationellen Erfolg vor fünf Jahren, als Susanna Tausendfreund in der Stichwahl gegen CSU-Kandidat Andreas Most mit 70 Prozent deutlich gewann, machen sich ihre politischen Konkurrenten für dieses Mal mehr Hoffnungen auf den Bürgermeistersessel, allen voran die CSU, für die Christine Eisenmann den Hut in den Ring werfen wird. Genährt wird diese Zuversicht durch die Tatsache, dass die WIP-Fraktion dieses Mal einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken will - 2014 hatte sie in der Stichwahl Tausendfreund unterstützt - und es außerdem noch offen ist, ob sie abermals mit einer Fürsprache durch die Roten rechnen kann. "Da muss sie uns schon was anbieten", hatte SPD-Ortsvorsitzender Holger Ptacek vor Wochen erklärt, außer zwei Wohnbauprojekten sei in der laufenden Amtsperiode nichts vorangebracht worden.

"Manchmal kostet es auch viel Nerven."

Als wollte sie Ptacek Lügen strafen, listete Tausendfreund annähernd eine halbe Stunde lang Projekte auf, die in ihrer bisherigen Amtszeit zum Abschluss gebracht oder sich derzeit in der Umsetzung befinden, unter anderem der Ausbau der Geothermie, Kauf des Stromnetzes, Friedhofsumgestaltung, Brückenstudie, Krippenausbau, Renovierung der Bücherei oder die Sanierung des Gewerbeparks. Bei der Vorstellung zweier weiterer Errungenschaften unter ihrer Ägide leuchteten geradezu die Augen der Bürgermeisterin: der Kauf von 55 Hektar Wald im Isartal durch die Gemeinde sowie ein möglicher Coup bei der Suche nach einem Standort für einen Neubau der Mittelschule. Es sei ihre Idee gewesen, über die Gemeindegrenzen hinaus zu schauen, und so dürfe die Gemeinde nun ein Grundstück auf Baierbrunner Flur nach dessen Eignung für einen Schulbau untersuchen lassen. Sie würde sich gerne weiter mit aller Kraft für Pullach einsetzen, sagte Susanna Tausendfreund, "auch wenn es manchmal viel Kraft kostet, manchmal sogar auch viel Nerven".