bedeckt München 20°
vgwortpixel

Kommunalwahl:Ein Neubürger fordert heraus

Harald Müller tritt gegen Kuchlbauer an.

(Foto: Privat)

SPD Oberschleißheim nominiert Harald Müller als Bürgermeisterkandidaten

Zu den wahlentscheidenden Faktoren bei der Oberschleißheimer Bürgermeisterwahl 2014 gehörte der Name Kuchlbauer, der den Kandidaten als Schleißheimer Ureinwohner mit populärem Vorfahren auswies. Jetzt fordert ihn ein Neubürger heraus. Die SPD hat Freitagabend Harald Müller als Kandidaten für die Wahl im März 2020 nominiert. Der 60-jährige Niedersachse lebt seit vier Jahren in Oberschleißheim und arbeitet als Justiziar und Verwaltungsleiter in München bei einem freien Träger der Jugendhilfe mit 90 Beschäftigten.

Bei der Nominierungsversammlung im Bürgerzentrum listete Müller zahlreiche Defizite auf, die ihn an der Amtsführung von Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) stören. Wichtigste Aufgabe als Bürgermeister sei die des Verwaltungschefs der Gemeindeverwaltung, sagte Müller, "und da habe ich den Eindruck, dass der Amtsinhaber dieser wichtigen Funktion, jedenfalls fachlich, nicht immer hinreichend gewachsen ist".

Oberschleißheim werde in den nächsten Jahren mit tiefgreifenden Veränderungen des Ortsbilds durch Baumaßnahmen, Verkehrsführung, aber auch durch Änderungen des Einkaufsverhaltens der Bürger konfrontiert sein. Die Konflikte um den richtigen Umgang mit diesen Themen bräuchten "einen Bürgermeister, der Konflikte entschärfen und unter den Menschen vermitteln kann".

Kuchlbauer sei "ein netter, geselliger Kerl, mit dem man sicher in angenehmer Atmosphäre ein gutes Bier trinken kann", fand Müller, aber in der Amtsführung könne er "vieles besser machen". Ganz explizit ärgerte sich der Kandidat darüber, "dass viel zu oft im Gemeinderat unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wird".

Seinen Status als "Zugezogener" sieht Müller als Vorteil. Dadurch sei er "persönlich ungebunden, niemandem verpflichtet und Garant für eine unbeeinflusste, faire und neutrale Amtsführung gegenüber jedermann". Kuchlbauer hingegen sei "seit vielen Jahren durch persönliche Bekanntschaften und Verbindungen befangen und verstrickt".

Müller stammt aus der Nähe von Braunschweig und hat nach einer Banklehre seit 1983 in München Jura studiert und seine Staatsexamen abgelegt. In Braunschweig arbeitete er dann unter anderem als Fachanwalt für Arbeitsrecht und Sozialrecht und seit 2000 auch als Mediator. 2015 zog er wieder in seine bayerische "Wahlheimat", wie er sagte, "die ich lieben und schätzen gelernt hatte", verbunden mit einem Berufswechsel zum Jugendhilfeträger. Seit 41 Jahren ist Müller SPD-Mitglied. Während seines Studiums war er im Ortsverein Herrsching aktiv, später dann in der SPD Braunschweig. Müller hat zwei erwachsene Söhne.