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Kommunalwahl:ADFC-Aktivist will ins Gräfelfinger Rathaus

In Gräfelfing ist am Montag der fünfte Bürgermeisterkandidat nominiert worden: Martin Feldner stellt sich für die Grünen, die hier unter dem Stichwort "Grüne/Unabhängige Liste" antreten, bei der Kommunalwahl im März 2020 zur Wahl. Er konkurriert mit der amtierenden Bürgermeisterin Uta Wüst (Interessengemeinschaft Gartenstadt Gräfelfing, IGG), Peter Köstler (CSU), Florian Ernstberger (Bürgerverein Gräfelfing-Lochham, BVGL) und Eike Nell (FDP) um das Amt.

Feldner ist vielen Gräfelfingern als Mitstreiter im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) bekannt. Er wurde beim Treffen des Ortsverbands am Montagabend einstimmig zum Kandidaten nominiert. Im Vorfeld hatten die Mitglieder diskutiert, ob überhaupt ein eigener Kandidat ins Rennen geschickt wird, schließlich sind Vertreter der Grünen und Unabhängigen nach eigenen Aussagen in vielen Belangen auf Linie mit Bürgermeisterin Wüst. Zuletzt hatten sich aber Differenzen um die Entlastungsstraße offenbart, die eine Querverbindung von der Autobahn A 95 entlang des Gewerbegebiets bis kurz vor Martinsried bilden soll.

Die Grünen lehnen die Straße ab und entschieden sich am Montag, einen eigenen Kandidaten zu stellen. Feldner ist Verfechter des im Gemeinderat mehrheitlich beschlossenen integrierten Verkehrskonzepts, in das die Grünen alle Hoffnung setzen, dass es die Verkehrswende einleitet und Alternativen zum Auto aufzeigt.

Feldner, 61 Jahre, ist in Gräfelfing aufgewachsen, verheiratet und Vater eines Sohnes. Der Maschinenbauingenieur hat als technischer Betriebsleiter in öffentlichen Gebäuden gearbeitet und unter anderem Erfahrung bei öffentlich finanzierten Bauprojekten gesammelt, wie er von sich selbst sagt. Wie die anderen Kandidaten auch, steht das Thema, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, oben auf seiner Agenda. Er ist für "angemessene Verdichtung" im Ortszentrum und lehnt eine "große Erweiterung" der Heitmeiersiedlung ab. Gräfelfing soll in seinen Augen urbaner werden, Supermärkte und Hotels gehörten in Bahnhofsnähe.

Feldner will außerdem durch eine Fahrradverbindungen nach Freiham und Martinsried zusätzliche Kaufkraft in den Ort bringen. Auf weitere Rekorde bei der Gewerbesteuereinnahme könne die Kommune verzichten, argumentiert Feldner: "Gräfelfing muss die Grenzen seines Wachstums kennen."