Nach dem Rückzug des langjährigen Rathauschefs Wolfgang Panzer (SPD) wird in Unterhaching im Mai eine neue Bürgermeisterin oder ein neuer Bürgermeister den Dienst antreten. Panzer kandidiert bei der Landratswahl am 8. März und tritt entsprechend nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters an. Beerben wollen ihn vier Männer und zwei Frauen. Korbinian Rausch geht für die CSU ins Rennen, Daniel Schön für die Sozialdemokraten. Die Grünen haben zweite Bürgermeisterin Johanna Zapf auserkoren, Andreas Büchele tritt für die Freien Wähler an, Peter Hupfauer für die FDP und als parteilose Kandidatin versucht Julia Stifter ihr Glück.

Korbinian Rausch, CSU
Mit 95 Prozent der Stimmen hat die örtliche CSU wie erwartet Korbinian Rausch zum Kandidaten im Wettbewerb um das Bürgermeisteramt aufgestellt. Der 32-Jährige soll für die Partei nach 26 Jahren SPD-Dominanz wieder den Chefsessel im Unterhachinger Rathaus erobern. Rausch ist in dem Münchner Vorort aufgewachsen und hat nach eigenen Angaben sein ganzes Leben hier verbracht. Seit vielen Jahren engagiert er sich ehrenamtlich im Ort, sagte er bei der Aufstellungsversammlung und betonte: „Die Gemeinde liegt mir als Heimat unglaublich am Herzen.“

Daniel Schön, SPD
Ein Münchner soll für die SPD das Unterhachinger Rathaus verteidigen: In Daniel Schön, 42, bewirbt sich ein Ortsfremder um den Chefsessel in der Gemeinde. Schön ist Rechtsanwalt, seit 1997 Mitglied der SPD und lebt im Stadtteil Bogenhausen. Zusammen mit seiner Familie will er nach Unterhaching umziehen, um nah am Wahlvolk zu sein. Aufgewachsen in Kümmersbruck im Landkreis Amberg-Sulzbach, studierte Schön in Passau und Barcelona, später arbeitete er als Anwalt in Brüssel, New York und Tel Aviv, bevor er in München gemeinsam mit seiner Frau eine eigene Kanzlei eröffnete. Mittlerweile ist er spezialisiert auf Familienrecht und berät die SPD-Landtagsfraktion.

Johanna Zapf, Grüne
Dass die Unterhachinger Grünen mit der 38-jährigen Johanna Zapf ins Rennen um die Nachfolge von Wolfgang Panzer (SPD) gehen werden, hatte sich spätestens abgezeichnet, als Zapf 2022 zusammen mit Stefan König auch den Vorsitz des Ortsverbands übernahm. Da blickte sie bereits auf eine flotte Karriere in der Kommunalpolitik zurück. 2020 kandidierte sie erstmals für den Gemeinderat und wurde sogleich nicht nur in das Gremium, sondern auch zur Stellvertreterin des Bürgermeisters gewählt. Zapf gibt sich selbstbewusst: Sie habe in den vergangenen Jahren viele Projekte angestoßen und begleitet und sich für nachhaltige Mobilität und ein Windrad starkgemacht, bilanziert die Grünen-Politikerin.

Andreas Büchele, Freie Wähler
Transparenz, Offenheit und Toleranz in der bürgerlichen Mitte: Dafür steht nach eigenen Worten Andreas Büchele, der für die Freien Wähler das Bürgermeisteramt in Unterhaching erobern soll. Der 45-Jährige ist Geschäftsführer des Unterhachinger Unternehmens Hermann Büchele GmbH & Co. KG, Vater von zwei Söhnen und in verschiedenen Unterhachinger Vereinen aktiv.

Julia Stifter, parteilos
Die parteifreie Julia Stifter tritt mit einer eigenen Liste bei der Kommunalwahl in Unterhaching an– und will auch gleich noch Bürgermeisterin werden. 2020 hatte es sich die heute 46-jährige Kauffrau noch nicht zugetraut, als Bürgermeisterkandidatin anzutreten, obwohl sie damals die Liste der Freien Wähler anführte. Diese Gruppierung hat die frühere CSU-Gemeinderätin vor zweieinhalb Jahren verlassen und sich seither keiner Partei und keiner Fraktion mehr angeschlossen. Jetzt hat sie die Liste „Julia Stifter – Gemeinsam für ein starkes und menschliches Unterhaching“ aufgestellt und sowohl für diese wie für ihre Bürgermeisterkandidatur genügend Unterstützerunterschriften erhalten. Gemeinderätin ist Stifter sie seit elf Jahren.

Peter Hupfauer, FDP
Zweiter Versuch: FDP-Gemeinderat Peter Hupfauer bewirbt sich wie schon 2020 um das Amt des Bürgermeisters in Unterhaching. Als seine Agenda nennt der 57-jährige Kandidat „die klassischen Themen der Daseinsvorsorge“, darunter etwa „Kinderbetreuung und Schulen, Straßen und Mobilität, die Stärkung der Unternehmen im Ort, die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse“. Ein „gutes Haushalten“ sei ebenfalls erforderlich, „um wieder mehr Handlungsspielraum für die Ortsentwicklung zu gewinnen“.

