KommentarGenug getrödelt

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Der Verweis auf zu niedrige Lärm-Messwerte an der A995 diente zu lange als Vorwand fürs Nichtstun. Jetzt muss schnell gehandelt werden

Von Iris Hilberth

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Es ist zu laut! Auf jeden Fall gefühlt zu laut. Darüber sind sich viele einig. Wenn man auf der Terrasse nicht mehr sitzen mag, weil man leicht glauben könnte, die Autos auf der Giesinger Autobahn donnern direkt über den Frühstückstisch. Wenn man nachts hochschreckt, weil wieder jemand Vollgas gibt. Das muss anders werden, fordert der Anwohner. Es folgen Unterschriften, Gutachten, Diskussionen, Vertröstungen, Achselzucken. Das hat es im Hachinger Tal schon oft gegeben. Man denke nur an den Verein "Lärmfreies Taufkirchen", der irgendwann entnervt aufgab.

Klar ist: Ein langer Atem und Hartnäckigkeit sind notwendig, um Lärm zu reduzieren. Beides hat vor wenigen Tagen die Interkommunale Lärmschutzinitiative (ILI) aus Oberhaching gezeigt, die nach zehn Jahren endlich einen Erfolg im Kampf gegen schnaufende Züge auf dem Abstellgleis errungen hat. Auch die Bemühungen um ein ruhigeres Wohnen an der Giesinger Autobahn laufen weiter. Und wieder einmal sieht es so aus, als könnte es endlich mal etwas werden mit dem Lärmschutz. Wenngleich viele zu Recht noch skeptisch sind. Schließlich ist es rein messtechnisch immer noch nicht laut genug, um vom Bund einen Schutz einfordern zu können, und die Gemeinde muss schauen, was sie zu zahlen bereit ist. Bislang hat sich Unterhaching geziert.

Aber die Gemeinde musste auch feststellen: Allein mit einer vom Rathaus gemeinsam mit Taufkirchen initiierten Unterschriftensammlung für ein durchgängiges Tempolimit 80 befriedet sie die aufgebrachten Anwohner nicht. So naiv ist der Bürger nicht, dass er nicht merkt, dass eine solche Aktion nichts weiter ist als blinder Aktionismus. Denn Tempo 80 hat das Innenministerium längst abgelehnt. Bleiben also die baulichem Maßnahmen, die derzeit in einem groß angelegten Gutachten geprüft werden. Auch Gespräche im Ministerium nähren bei den Betroffenen die Hoffnung, dass es doch noch etwas werden könnte mit dem Lärmschutz - ganz egal ob Wall oder Wand. Damit hat sich die Gemeinde weit vorgewagt und signalisiert: Wir tun was. Die Frage ist nur: wann? Unterhaching sollt jetzt mal Tempo machen. Geht wieder nichts voran, könnte es zum Bürgerbegehren kommen. So geduldig wie die Oberhachinger sind nicht alle.

© SZ vom 06.02.2018 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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