KOMMENTAR:Beschluss mit Beigeschmack

Der Planegger Gemeinderat opfert Natur und Umwelt zugunsten des Profits

Kommentar von Rainer Rutz

Neue Besen kehren nicht unbedingt besser - aber oft anders. Die Entscheidung des neuen Gemeinderats und seines Bürgermeisters Hermann Nafziger für eine Vergrößerung des Gewerbegebiets in Steinkirchen bedeutet zunächst nur, dass man Platz schaffen will für zwei am Weltmarkt operierende Unternehmen. Sie sollen in Planegg bleiben können und der Gemeinde nicht nur Renommee geben, sondern vor allem auch Geld in die leeren Kassen spülen.

Planegg befindet sich seit Jahren in einem geradezu aussichtslosen Konkurrenzkampf mit den Gräfelfinger Nachbarn, die von Jahr zu Jahr neue Rekordeinnahmen durch die Gewerbesteuer einfahren und Planegg längst hinter sich gelassen haben. Dazu fehlen im Planegger Gemeindesäckel Millionen, die in den nächsten Jahren für dringende Infrastrukturmaßnahmen - etwa Wohnungsbau - verwendet werden müssen. Trotzdem hinterlässt die Entscheidung für eine Erweiterung des Gewerbegebiets einen Beigeschmack.

Jahrzehntelang verzichtete die Gemeinde, auch der Umwelt und des grünen Images von der Gartenstadt zuliebe, auf große Erweiterungen in Steinkirchen. Monatelang wurde zum Beispiel um die Ansiedlung des Bio-Riesen Morphosys gestritten. Und jetzt? Peitscht man in Rekordgeschwindigkeit eine Maßnahme durch, die möglicherweise weiteren Begehrlichkeiten Tür und Tor öffnet.

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