Straßenbau:Der Südring muss her

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(Foto: Claus Schunk)

Die Landeshauptstadt und der Landkreis München brauchen einen geschlossenen Autobahnring, um nicht dem Verkehrsinfarkt zu erliegen.

Kommentar von Martin Mühlfenzl

Vor zwölf Jahren hat Horst Seehofer ein Machtwort gesprochen, das bis heute nachhallt - und über das manch einer am liebsten den Mantel des Schweigens hängen würde. Damals stoppte der bayerische Ministerpräsident das Projekt Ringschluss der A 99 im Süden der Landeshauptstadt. Was vielen - vor allem den Gegnern des Projektes im Isartal, aber auch Umweltschützern - noch heute wie ein finaler Todesstoß für den Südring erscheinen mag, war aber ein Fehler, den es in der Gegenwart zu korrigieren gilt. Die Stadt München und der Landkreis München brauchen zwingend einen geschlossenen Autobahnring, um nicht dem Verkehrsinfarkt zu erliegen.

Seehofer stellte sich damals gegen eine Machbarkeitsstudie, deren Ergebnis in zwei Wörtern mündet: Der Südring ist sowohl "sinnvoll" als auch "realisierbar". Dies gilt auch heute noch. Sinnvoll, weil vor allem die Ostumfahrung der A 99, auf die der Schwerlastverkehr ausweichen muss, trotz des laufenden achtspurigen Ausbaus - der übrigens zwangsläufig richtig ist - an ihrer Belastungsgrenze angekommen ist. Und realisierbar, weil es eine Lösung gibt, mit der Umwelt, Tiere und Menschen gleichermaßen geschützt werden können: eine unterirdische Trassenführung. Die Pläne hierfür liegen in den Schubladen, alle ökologischen Aspekte, die von Kritikern des Projektes ins Feld geführt werden, wurden dabei berücksichtigt. Es gibt mehrere Trassenverläufe, mit denen schwerwiegende Eingriffe in die Natur vermieden werden können - und das Isaridyll seinen eigenen Charakter als grüne Lunge des Münchner Südens bewahren kann.

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Was Ministerpräsident Seehofer neben rein populistischen Gründen damals zur Abkehr vom Ringschluss bewogen hat, waren die prognostizierten Kosten. Und ja, ein Südring unter der Erde wäre ein, gelinde gesagt, sauteures Vorhaben. Der Nutzen eines geschlossenen Autobahnrings aber kann auf Jahrzehnte hinaus ein gewaltiger sein. Nicht nur für die Menschen im nördlichen Landkreis München, die jetzt schon im Verkehr ersaufen, sondern für die gesamte Region.

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