Es ist gar nicht so leicht, ins Kloster reinzukommen. Pater Gabriel öffnet die mächtige Tür an der Pforte. Und im selben Moment wollen viele ganz schnell raus. Am Gymnasium des Klosters Schäftlarn ist der Unterricht aus. Kurz nach 15 Uhr an diesem Dienstag endet das Tagesheim. Ein Schüler nach dem anderen drängt sich am Pater vorbei. Es wird gescherzt, gelacht. Das pure Leben kommt dem Besucher entgegen, der sich doch vorgenommen hat, in einer Nacht hinter Klostermauern Ruhe zu finden: kurz mal weg von Nachrichten über Krieg, Demokratie-Verächter, Umweltzerstörung und wachsende Nöte vieler Menschen.
Glaube in KrisenzeitenWo die Welt verstummt
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Krieg, Despotie und Ungerechtigkeit: Hat die katholische Kirche darauf nicht ein paar Antworten? Im Kloster Schäftlarn finden Menschen Abstand und Ruhe – und mit dem heiligen Benedikt Orientierung. Ein Besuch mit überraschenden Erkenntnissen.
Von Bernhard Lohr, Schäftlarn
