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Klimaschutz:Investitionen in die Umwelt

Zahlreiche Gebäude in Hohenbrunn weisen noch energetische Einsparpotenziale auf, die Gemeinde will zudem Zuschüsse verteilen, wenn Hausbesitzer Dächer oder Garagen begrünen.

(Foto: Claus Schunk)

Der Umwelt- und Klimaschutzausschuss der Gemeinde Hohenbrunn beschließt umfangreiche Maßnahmen für das kommende Haushaltsjahr, um Emissionen zu verringern und erneuerbare Energien zu fördern

Am Vorabend des weltweiten Klimastreik-Tages haben die Hohenbrunner Gemeinderäte keineswegs die Arbeit ruhen lassen, sondern so richtig die Ärmel hochgekrempelt. Und sich in einer fast zweistündigen Sitzung des Umwelt- und Klimaschutzausschusses vor allem darum gekümmert, wie sich die Kommune künftig aufstellen kann, um Emissionen einzusparen und erneuerbare Energien weiter zu fördern.

Zunächst stellte Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) die neue Klimaschutzmanagerin vor: Ilona von Schaubert wird sich dieser Aufgabe künftig widmen, weil Tanja Hellmann, die sich seit mehr als drei Jahren um den Klimaschutz in Hohenbrunn gekümmert hat, künftig das Bauamt leiten wird. Es dürfte am Donnerstag also das letzte Mal gewesen sein, dass Hellmann in einer Ausschusssitzung umfassend über Energiethemen referierte. Zunächst folgte jedoch ein ausführlicher Überblick von Architekt und Energieberater Oliver Wagner über alle möglichen energetischen Einsparpotenziale der Grundschule Hohenbrunn. Quintessenz: Man könnte den CO₂-Ausstoß um bis zu 15 Prozent reduzieren, so Wagner, müsste dafür aber auch eine Stange Geld aufwenden. Dennoch könnten sich die Investitionskosten innerhalb von sechs Jahren amortisiert haben.

Dann übernahm Tanja Hellmann das Wort. Und die scheidende Klimaschutzmanagerin hatte einiges zu berichten. Etwa dass die Gemeinde 2020 weitere Maßnahmen ergreifen wird, um den Klimaschutz aktiv voranzutreiben: Es wird einen Energietag der Gemeinde geben, weitere Aktionen zur Förderung der ÖPNV-Nutzung, die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität soll noch ausgebaut werden, ebenso wie das Energiemanagement, etwa durch den Einbau von intelligenten Zählern zur Verbesserung der Datenerfassung. Private Immobilienbesitzer werden aufgerufen, ihre Häuser energetisch prüfen zu lassen. "Wir wollen die Sanierungskampagne 'Check dein Haus' gemeindeweit voranbringen", sagte Hellmann. Und ansässige Unternehmen sind aufgerufen, am 26. November zu von der Verwaltung organisierten Fachvorträgen zum Thema Klimaschutz zu kommen.

Darüber hinaus wird Hohenbrunn auch im Haushaltsjahr 2020 ordentlich investieren, um Energie einzusparen und erneuerbare Energiequellen zu erschließen. So will die Gemeinde Elektroleichtfahrzeuge zur Personen- und Lastenbeförderung künftig mit 25 Prozent der Anschaffungskosten (maximal 500 Euro) fördern. Ziel sei es, dass sich die Bürger überlegen, ihren Zweitwagen durch ein umweltfreundliches Gefährt zu ersetzen, sagte Hellmann. "Solche Anregungen dienen dazu, einen Sinneswandel in Gang zu setzen", sagte Gemeinderat Andreas Schlick (Bürgerforum). Der Kauf von Pedelecs wird zunächst nur für Unternehmen und Vereine mit 15 Prozent der Anschaffungskosten gefördert (maximal 250 Euro); auf eine Förderung von E-Bikes und E-Tretrollern verzichten die Hohenbrunner, auch wegen der Sicherheitsrisiken dieser Fahrzeuge im Verkehr.

Während man die Förderung von Stromsparberatungen wegen der geringen Nachfrage verringern wird, soll es künftig Zuschüsse geben, wenn sich jemand dazu entschließt, Dächer oder Garagen zu begrünen oder befestigte Flächen zu entsiegeln, zu bepflanzen und Lebensraum für Insekten zu schaffen. Dafür gibt es 15 Euro pro Quadratmeter, die maximale Förderung beträgt 500 Euro.

Einstimmig beschloss der Ausschuss, die in diesem Jahr bereits ausgeschöpften Fördertöpfe für Investitionszuschüsse nächstes Jahr von 25 000 auf 55 000 Euro zu erhöhen und die Mittel für Energieberatungen von 17 000 auf 12 000 Euro zu reduzieren. Macht ein Plus von 25 000 Euro. "Wir nehmen Geld in die Hand, um effektiv etwas zu tun", bilanzierte Bürgermeister Straßmair.