Klimaschutz:Etwas Moos fürs Moos

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Unterschleißheim beteiligt sich finanziell an Studie zur Moorlandschaft im Münchner Norden

Von Bernhard Lohr, Unterschleißheim

Die Moorlandschaft im Münchner Norden soll in ihrer Bedeutung für den Klimaschutz stärker in den Blick rücken. Die Stadt Unterschleißheim beteiligt sich an der Finanzierung einer Machbarkeitsstudie, die zeigen soll, ob und wie über Aktivitäten zum Schutz der Moore ein freiwilliger, regionaler Ausgleich für den Ausstoß von Kohlendioxid ermöglicht werden kann. Der Verein "Dachauer Moos" und der Regionalentwicklungsverein "Dachau Agil" hatten das Unterschleißheimer Rathaus Mitte September angeschrieben und um einen finanziellen Beitrag zur Projektidee "Regionale CO₂-Partnerschaften" gebeten.

Die Stadt wird diese Unterstützung gewähren. Es geht um einen Beitrag in Höhe von circa 1500 Euro gemäß dem vorgeschlagenen Satz von fünf Cent pro Einwohner. Der Verein "Dachau Agil" und die "Lokale Aktionsgruppe Mittlere Isarregion" "LAG" mit Sitz in Freising wollen die Machbarkeitsstudie in Auftrag geben.

Die Trockenlegung von Mooren hat im Norden von München große Mengen an CO₂ freigesetzt. In der Landschaft westlich von Unterschleißheim ist das zu beobachten. Vergangene Woche hat der Dachauer-Moos-Verein, dem Unterschleißheim und Oberschleißheim angehören, vier neue Infotafeln bei Riedmoos aufgestellt, auf denen erklärt wird, wie seit dem 18. Jahrhundert das Moor geschädigt wurde. Es wurden Entwässerungsgräben angelegt, Moosbäche begradigt und tiefergelegt. Bis vor einigen Jahrzehnten waren Flächen nahe Riedmoos demzufolge noch feucht. Doch Anfang der 1960er Jahre sei der Schwebelbach ausgebaggert worden. Der Grundwasserstand sei abgesackt und liege heute ein bis zwei Meter unter Flur. Mit der Folge, dass sich der Torf zersetzt und große Mengen an Klimagasen frei werden.

In der nun angepeilten Studie soll betrachtet werden, wie eine Ackerwirtschaft und Aufforstung zum Humusaufbau beitragen kann. Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen sollen durch den Kauf von Nachweisen, dass durch Aktionen zum Kohlendioxid-Sparen beigetragen wurde, ihre nicht vermeidbaren CO₂-Emissionen kompensieren können. "Mit diesem Projekt würde ein regionales, transparentes und anschaubares Vorhaben entstehen, in das die Käufer investieren können", teilt die Stadt Unterschleißheim mit. Zusätzlich werde durch Moorschutz und Moorrenaturierung nicht nur CO₂ kompensiert, sondern auch der Erholungswert der Landschaft gesteigert und ein Beitrag zur Artenvielfalt geleistet.

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