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Klassische Musik:Sinfonie statt Sonate

Gerade einmal 23 Jahre ist Maximilian Leinekugel alt - und hat sich schon einen Namen in der Musikwelt gemacht. Mit seinem Kammerorchester "Munich Classical Players" ist er Stammgast im Kleinen Theater Haar.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Maximilian Leinekugel setzt sein Jugendorchester-Projekt fort

Er tut es wieder: Maximilian Leinekugel lädt erneut junge Musiker ein, gemeinsam zu konzertieren, mit ihm erste Erfahrungen in einem größeren Ensemble zu sammeln: Sein engagiertes Vaterstettener Jugendorchester-Projekt geht 2019 in die zweite Runde. Was aber eigentlich kein Wunder ist, denn der erste Durchlauf im vergangenen Frühjahr war ein voller Erfolg. Eine stattliche Zahl von etwa 30 Kindern und Jugendlichen fand sich nach Leinekugels Aufruf ein, wuchs in einer intensiven Probenwoche zu einem Klangkörper zusammen und gab am Ende ein umjubeltes Konzert im Bürgerhaus Neukeferloh. Auf dem Programm: vereinfachte Arrangements großer Melodien, Elgars "Pomp and Circumstances" etwa, Filmmusik aus "Herr der Ringe", Beethovens "Ode an die Freude" oder der "Priestermarsch" aus Mozarts "Zauberflöte".

Der junge Dirigent, der mit den 2016 von ihm gegründeten Kammerorchester Munich Classical Players regelmäßig im Kleinen Theater Haar auftritt, setzt auf die mitreißende Wirkung berühmter Kompositionen, will er doch Begeisterung wecken für klassische Orchesterliteratur.

Ein Anliegen, das ihm 2018 den Tassilo-Preis der Süddeutschen Zeitung bescherte. Der Vaterstettener Dirigent ist selbst noch jung, gerade einmal 23 Jahre alt, und kann sich noch gut daran erinnern, wie prägend solche Erfahrungen sein können. Er durfte sie als Cellist bei Attacca, dem Jugendorchester der Staatsoper machen. "Ein tolles Ensemble, große Werke, klasse Dirigenten - in so etwas kann man völlig eintauchen. Das lässt einen nicht mehr los." Doch er hätte sich als junger Musiker eine solche Gelegenheit auch in Vaterstetten gewünscht, sagt der Initiator, "deshalb will ich sie jetzt anderen eröffnen". Schließlich sei es etwas ganz anderes, in einem Orchester mitzuspielen, als einsam im stillen Kämmerlein zu üben. "Sonate oder Sinfonie - letzteres wird immer mehr begeistern", da ist sich Leinekugel sicher. Und auch die völlige Freiwilligkeit des Angebots - im Gegensatz zum Schulorchester - befördere eine besonders gute Dynamik. "Da ist ja jeder dabei, weil er es selbst gerne möchte, nicht weil er muss", sagt der Dirigent.

Leinekugel studiert Musikwissenschaft an der LMU und leitet drei Kammerorchester in München. Im Umgang mit den Nachwuchsmusikern hat er sich bereits als ausgezeichneter, höchst entspannter Pädagoge erwiesen. Dieser Dirigent zürnt und verzweifelt nicht, er lockt: "Wenn ihr wirklich hören wollt, wie schön diese Melodie ist, dann spielt sie so leise wie möglich...". In den Proben verspricht er Staunen statt Strafe, Erkennen statt Erniedrigen, den Glauben statt des Genügens. Wer ihn länger beobachtet, erkennt das Prinzip "Stärken stärken" als Leitgedanken seiner Arbeit. Nun möchte Leinekugel das Potenzial junger Musiker in Vaterstetten und Umgebung erneut in einem "Orchester für alle" bündeln.

Spaß an Orchestermusik, Erfahrung am Instrument und Zeit in den Osterferien: Wer das mitbringt, kann also nun wieder Teil eines Jugendorchesters in Vaterstetten werden - kostenlos. Denn unterstützt wird das Projekt von der Gemeinde und der Musikschule. Anmelden können sich Jugendliche ab 14 Jahren, die seit mindestens zwei bis drei Jahren Instrumentalunterricht nehmen. In Frage kommen sämtliche Streich- und Blasinstrumente sowie Klavier, Schlagzeug und Zupfinstrumente. Vorspielen muss man nicht, nur wenn es zu viele Anmeldungen für eine Instrumentengruppe geben sollte, erfolgt eine Auswahl. Die Proben finden in den Osterferien, vom 14.

bis 19. April jeweils vor- und nachmittags in der Musikschule statt. Eventuell kommen wenige Vorproben hinzu. Das Abschlusskonzert ist am 20. April im Pfarrsaal Vaterstetten geplant. Auf dem Programm stehen erneut Werke der Klassik und der Filmmusik, das genaue Repertoire legt Leinekugel erst nach der Anmeldung fest, um flexibel auf Besetzung und Erfahrungsniveau reagieren zu können.

Überdies sind die Jugendlichen herzlich eingeladen, nach dem Konzert mit dem Bus nach Trogir, der an der Adria-Küste gelegenen kroatischen Partnerstadt von Vaterstetten, zur reisen. Die Fahrt wird in Kooperation mit dem Partnerschaftsverein Trogir organisiert und ist vom 22. April bis zum 28. April geplant. Kroatische Familien werden die Jugendlichen zumeist zu zweit beherbergen und betreuen, ein umfangreiches Ausflugsprogramm ist arrangiert. Auch die Musik wird dabei nicht zu kurz kommen: Es gibt gemeinsame Proben und ein Konzert mit der Musikschule in Trogir.

Jugendorchester-Projekt in Vaterstetten: Anmelden kann man sich auf der Website der Gemeinde, oder über service@musikschule-vaterstetten.de. Die Anmeldefrist endet am 21. Dezember.