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Kirchheim:Wucher auf dem Wohnungsmarkt

SPD kritisiert Kaufpreise in der neuen Ortsmitte

Von Anna Maria Salmen, Kirchheim

Mit dem Ortsentwicklungsprojekt Kirchheim 2030 will die Gemeinde in den kommenden Jahren neuen Wohnraum schaffen: Einheimische aller Generationen sollen von vergünstigten Kauf- und Mietpreisen profitieren, auch für neue Einwohner soll Platz sein. Die Kirchheimer SPD jedoch kritisiert in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung die Gestaltung der Kaufpreise für die Wohnungen massiv.

Zu Beginn der Verhandlungen rund um Kirchheim 2030 im Jahr 2017 sei ein Preis von circa 6000 Euro pro Quadratmeter als Ausgangsbasis genannt worden. In den aktuell zum Verkauf stehenden Quartieren befänden sich die Preise jedoch zwischen 7500 und 8900 Euro. Durch die gestiegenen Baukosten sei diese Entwicklung nicht zu rechtfertigen. "Die Bauträger nutzen die Wohnungsknappheit maximal aus - auf Kosten der Kirchheimer Bevölkerung", heißt es in der Mitteilung der SPD.

Das Fördermodell für vergünstigten Wohnraum, das in Kirchheim auf Initiative der SPD entwickelt worden sei, könne nur bedingt Abhilfe schaffen. Unter bestimmten Bedingungen erhalten Käufer einen Nachlass von zehn Prozent auf den Wohnungspreis - "aber wer sich keine 8000 Euro pro Quadratmeter leisten kann, der kann sich auch keine gut 7000 Euro leisten", kritisiert der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Kirchheim-Heimstetten, Rolf Siegel. Dabei sei das Ziel von Kirchheim 2030, den Wohnungskauf den Menschen zu erleichtern, die finanziell nicht optimal aufgestellt seien. "Es kann nicht sein, dass sich nur noch Spitzenverdiener eine Wohnung leisten können", sagt Siegel.

Seine Kritik richtet sich eigener Aussage nach nicht gegen die Gemeinde Kirchheim: "Den Kommunen sind die Hände gebunden. Bei allem guten Willen aller vor Ort Verantwortlichen verpuffen die kommunalen Maßnahmen in dieser rasanten Preisspirale." Am angespannten Markt könne man eben nichts verändern. Das Problem seien vielmehr die enormen Grundpreise und die Randbedingungen in Bezug auf diese Thematik, die durch die Bundespolitik vorgegeben seien.

Siegel fordert die Bauunternehmer zwar auf, die Preisgestaltung zu überdenken. Langfristig kann für den Ortsvereinsvorsitzenden jedoch nur eine Bodenrechtsreform eine Lösung darstellen. "Boden darf kein Spekulationsobjekt sein", fordert er nachdrücklich.

© SZ vom 15.03.2021
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