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Kirchheim:Unser Dorf soll schöner werden

Nach Ideen von Wirtschaftsförderer Tobias Schock ist der Ortskern der Gemeinde einladender gestaltet worden. Und im Garten am historischen Meilerhaus in Heimstetten blühen wieder Blumen wie früher

Schon jetzt, fünf Jahre bevor die Landesgartenschau in Kirchheim eröffnet, beginnt der Ort, sich aufzuhübschen und herzurichten: etwa im Kirchheimer Ortskern am Pfarrer-Caspar-Mayr-Platz und beim Meilerhaus in Heimstetten. Einmal durch ein neues Pflaster und neue Sitzmöbel, einmal durch einen neuen Garten. Beide verschönerte Orte eröffnete nun Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU).

Als einen Parkplatz mit Maibaum bezeichnete Kirchheims Wirtschaftsförderer Tobias Schock den Pfarrer-Caspar-Mayr-Platz einmal. Nicht gerade ein Kompliment für den Ort, wo sich Bewohner wohl am meisten aufhalten. Schließlich sind dort das Rathaus, die Kirche mit dem Zwiebeltürmchen, einige Lokale und kleine Läden. Um diesen Platz schöner zu machen, arbeitete Schock vor einem Jahr einen Plan aus. Erste Maßnahmen setzte die Gemeinde nun um. Der Platz hat jetzt zum Beispiel einen neuen Belag. Das Kopfsteinpflaster mit den vielen unebenen Stellen wurde entfernt und durch glatte Steine ersetzt. Für Menschen mit Rollatoren, aber auch für Frauen in Stöckelschuhen sei es nun wieder angenehmer, über den Platz zu gehen, sagt Schock. Um die 200 000 Euro habe der Umbau gekostet.

Neues Kunstwerk von Roman Hummitzsch vor dem Meilerhaus Heimstetten.

(Foto: Claus Schunk)

Ein weiteres Ziel von Schock war es, in der Dorfmitte ein "Kaufhaus unter freiem Himmel" zu erschaffen, wo die Menschen flanieren und auch mal einen Aperol Spritz trinken. Wie im Italienurlaub fühlt man sich auf dem Dorfplatz zwar wohl noch nicht, aber immerhin gibt es jetzt einen offenen Bücherschrank. Selbstverständlich habe das Rathaus das mit der Buchhändlerin besprochen, deren Laden sich in der Nähe befindet, sagt Schock. Er sei sich sicher, dass er damit keine Konkurrenz schuf, für man nicht einmal etwas bezahlen müsse, sondern dass sich durch das Angebot das Geschäft der Buchhandlung ankurbeln lassen könnte. Schließlich hängt an dem Bücherschrank ein Schild, das auf den Laden verweist.

Neuer Pfarrer-Caspar-Mayr-Platz - Kirchheim vor der Landesgartenschau.

(Foto: Claus Schunk)

Die Bücher aus Geschäft oder Schrank können die Bewohner auf neuen Holzliegen und auf einer neuen Rundbank lesen. Auch die Außenbereiche der Lokale am Platz sind größer. Viele andere Ideen, die Schock vor einem Jahr präsentierte, lassen aber noch auf sich warten. Damals stellte sich Schock ein einheitliches Bild vor: gleichfarbige Sonnenschirme und Schilder vor den Läden und Geschäften. Grundsätzlich, meint Schock, seien die Wirte offen für solche Veränderungen - aber nur, wenn die Gemeinde Geld beisteuert. Doch das sei gerade knapp, weil Bauprojekte wie das neue Rathaus oder der neue Ortskern die Kasse der Gemeinde belasten. Nach und nach wolle sich Schock daran machen, den Rest der Maßnahmen umzusetzen. Spätestens bis zur Landesgartenschau 2024 soll der alte Kirchheimer Ortskern schöner sein. Ein Problem will Schock jedoch deutlich früher lösen. Er führe gerade Verhandlungen mit neuen Mietern für das leer stehende Postgebäude, die bereits weit fortgeschritten seien.

Auch der andere Gemeindeteil wurde verschönert: Der Garten vor dem Meilerhaus in Heimstetten, einem der ältesten Gebäude im Ort, haben Firmlinge gemeinsam mit dem Bauhof und Gemeinderäten neuangelegt und in seinen traditionellen Zustand versetzt. Das Haus stammt aus dem 18. Jahrhundert, gehörte einer Familie Kaiser und war ursprünglich ein kleiner Bauernhof - mit Wohngebäude, Stall und Scheune. Der traditionelle Bauerngarten, der jahrelang nicht regelmäßig gepflegt wurde, ist rekonstruiert: mit einem kreuzförmigen Weg und vier Beeten, auf denen Goldgarbe, Stockrosen, Akelei, Lilien und Sonnenhut wachsen. Die Arbeiten im Gärtchen waren Teil der 72-Stunden-Aktion der Katholischen Landjugend Bayern, der deutschlandweit Projekte umsetzte, die die "Welt ein Stückchen besser machen" sollten. Zudem wurden an der Silva-Grundschule und an der Martin-Luther-Schule Hochbeete und Kräuterschnecken angelegt. Beim Meilerhaus-Garten halfen Anette Edle von Riedl, die für die Ferienpädagogik im Ort zuständig ist, sowie SPD-Gemeinderat und Landschaftsarchitekt Stefan Keck mit. Eingeweiht wurde am Donnerstag ebenfalls eine Skulptur des Kirchheimer Künstlers Roman Hummitzsch. Um das Kleinod kümmern sich die Blumen- und Gartenfreunde.