Konzert in KirchheimIm Dreivierteltakt in den Ruhestand

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Musikalischer und kultureller Impulsgeber: Hans Lederwascher, hier bei einem Konzert des von ihm gegründeten Ensembles „Spielmusik Lederwascher“ in Kirchheim.
Musikalischer und kultureller Impulsgeber: Hans Lederwascher, hier bei einem Konzert des von ihm gegründeten Ensembles „Spielmusik Lederwascher“ in Kirchheim. Claus Schunk

Finale Grande für einen lokalen Granden: Die Gemeinde Kirchheim verabschiedet Kreisvolksmusikpfleger Hans Lederwascher mit einem Konzert. Er hat die traditionelle Musik im „Hightech“-Landkreis München hochgehalten, war aber auch immer ein grenzüberschreitender Macher und Musiker.

Von Udo Watter, Kirchheim

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Wer in einem Haus voller Musik aufwächst, trifft vielleicht auch in anderen Lebensbereichen leichter den richtigen Ton. Hans Lederwascher, langjähriger Kreisvolksmusikpfleger des Landkreises München, und als Dirigent und Violinist über mehrere Jahrzehnte lang eine kulturelle Größe im östlichen Münchner Raum, ist jedenfalls ein Mensch von leiser, kultivierter Freundlichkeit, die er mit seinem angenehmen bairischen Timbre unterstreicht.

Geboren 1936 im Sauerlacher Ortsteil Arget, lauschte Lederwascher dort nicht nur bereits als kleiner Bub vor dem Radio klassischen Klängen und auf Dorffesten der Blasmusik  – sein Vater war Leiter der dortigen Blaskapelle.  Er lernte auch bald das Zither-Spielen und bekam mit zehn Jahren seine erste Geige. Das Musizieren mit anderen wurde für ihn daher schon früh eine Selbstverständlichkeit – und das hat sich bis heute nicht geändert. „Musik war immer wichtig. Das zieht sich schon durch mein ganzes Leben“, sagt der bald 89-Jährige. Mit einem letzten offiziellen Höhepunkt an diesem Donnerstag, 31. Juli: Seine Heimatgemeinde Kirchheim verabschiedet Hans Lederwascher mit einem feierlichen Konzert in größerer Dimension.

Schauplatz des klangvollen Finale Grande ist die Aula des Gymnasiums, es wird eine Veranstaltung werden, die – in Gedenken an Johann Strauß, der vor 200 Jahren geboren wurde – ein „wenig Wien-lastig“ wird, wie Lederwascher erklärt. Also mehr Dreivierteltakt, Klassik und Operette als Landler, Dreigesang und andere volksmusikalische Klänge. Er selbst wird, obwohl er neben Geige und Zither weitere Instrumente beherrscht, bei seinem Abschiedskonzert nur dirigieren, das Spielen und Singen überlässt er anderen: den Protagonisten der von ihm gegründeten Spielmusik Lederwascher, Solosängern und Chören. Darunter sind zahlreiche Weggefährten, die Lederwascher in den vergangenen 40 Jahren bei den von ihm initiierten, der Volksmusik gewidmeten alljährlichen Cäcilienkonzerten sowie den klassischen Sommerkonzerten unterstützten.

Der schon lange in Heimstetten lebende Lederwascher hat freilich nicht nur die Gemeinde Kirchheim kulturell geprägt, sondern sich als Kreisvolksmusikpfleger von 1991 bis 2016 generell um die bayerische Volksmusik verdient gemacht. Auf seine Initiative hin haben sich im „High-Tech“-Landkreis München viele Volksmusik-Gruppen vernetzt, er hat viele gemeinsame Hoagartn organisiert und CDs mit ihnen eingespielt. Für seine Verdienste wurde er mit der Bezirksmedaille von Oberbayern, dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten und der Bürgermedaille in Gold der Gemeinde Kirchheim ausgezeichnet.

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Hinsichtlich seines Abschiedskonzertes beschleicht ihn ein „gemischtes Gefühl“, wie er sagt: „Einerseits freue ich mich drauf. Andererseits ist es ein bisschen bitter, dass Schluss ist.“ Letztendlich sei es aber an der Zeit gewesen aufzuhören. Wobei: Komplett wird sich Lederwascher, soweit es die Gesundheit zulässt, nicht zurückziehen. Große Konzerte veranstalten und gestalten wird er zwar definitiv nicht mehr, aber mit einer kleinen Gruppe bei einem Hoagartn aufspielen – das ist schon noch drin. Dafür macht das Musizieren wohl zu viel Spaß.

Abschiedskonzert für Hans Lederwascher, Gymnasium Kirchheim, Donnerstag,  31. Juli, Beginn 19.30 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es im Rathaus, im Buchladen Kirchheim und bei Blumenzauber Heimstetten.

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