Kirchheim Gute Aussichten

Wie zwei sich zur Begrüßung öffnende Arme: Der Siegerentwurf für das neue Rathaus in Kirchheim (vorne) findet Gefallen.

(Foto: Gemeinde Kirchheim)

Preisrichter lobt den Entwurf für Rathaus und Bürgersaal in Kirchheim als "fast genial"

Von Christina Hertel, Kirchheim

"Fast genial", nannte der Architekt und Preisrichter Johannes Ernst den Siegerentwurf für das neue Rathaus bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am Montag. Von den anderen Plänen hebt sich die Idee des Architekten Peter Dürschinger aus Fürth vor allem wegen seiner besonderen geometrischen Form ab: In der Mitte hat das Gebäude einen Knick und wendet sich damit beiden Ortsteilen Kirchheim und Heimstetten gleichermaßen zu. Außerdem orientiert sich das Rathaus an einem historischen Weg, der einst die beiden Orte miteinander verband.

Die Fassade besteht aus Glas und Holz. "Genau richtig für ein Gebäude im Park", so Ernst. Außerdem wirke der Bau unprätentiös und freundlich - tatsächlich sieht das neugeplante Gymnasium daneben fast ein bisschen protzig aus. Im Dachgeschoss sollen sich der Trau- und Sitzungssaal befinden. "Bei so einer Aussicht macht es bestimmt Spaß, Gemeinderat zu sein", meinte Architekt Ernst. Und auch sonst soll das neue Rathaus nicht wie eine klassische Behörde wirken: Es gibt keine schmalen, dunklen Flure, sondern großzügige Gänge mit gemütlichen Wartebereichen.

Aber nicht nur ein Verwaltungsgebäude ist geplant, sondern auch ein Bürgersaal. Beim Wettbewerbssieger befindet sich dieser nah am Rathaus in einem separaten Bau. "Die Nähe erzeugt Geborgenheit. Es entsteht fast eine Situation wie in einer Altstadt", sagte Ernst. Doch auch ohne Bürgersaal funktioniere das Gesamtensemble. Und das war den Preisrichtern besonders wichtig: Denn ob die Gemeinde für einen Bürgersaal überhaupt genug Geld hat, ist noch nicht klar. Würde der Saal wegfallen, entstünde an der Stelle eine Art Terrassenfläche, die die Gemeinde für Veranstaltungen im Freien nutzen könnte.

Die Kosten für das Rathaus mit Bürgersaal liegen geschätzt bei 25 Millionen Euro. Einen Teil davon könne die Gemeinde voraussichtlich auf die Bauherren umlegen, die im Zuge der Ortsentwicklung neuen Wohnraum in Kirchheim schaffen. Bis 2030 wächst die Gemeinde voraussichtlich um etwa 3000 Bürger. Auch deshalb ist ein größeres Rathaus notwendig.

Wer sich von den eingereichten Entwürfe ein eigenes Bild machen möchte, kann das von Freitag, 17. März, an tun. Da werden ein Wochenende lang alle Ideen in der Aula des Kirchheimer Gymnasiums ausgestellt.