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Kirchheim:Das Wäldchen muss weg

Kirchheim, Gymnasium, Grundstück gegenüber für Neubau, Waldhügel muss gerodet werden,

Der Wall mit den Sträuchern sollte eigentlich erhalten werden - nun wird doch gefällt und abgetragen.

(Foto: Angelika Bardehle)

Gemeinderat billigt Rodung für Gymnasium-Bau

Bäume, Büsche und Sträucher auf einer Fläche von fast 6500 Quadratmetern werden in Kirchheim in den kommenden Monaten gefällt, damit dort die Bauvorbereitungen für das neue Gymnasium starten können. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend beschlossen - obwohl er sich ursprünglich dafür ausgesprochen hatte, den Wall mit den Bäumen zu erhalten, und obwohl es sogar Teil des Architektenwettbewerbs war, die Pläne für das Gebäude und die Freianlagen dementsprechend zu gestalten. Doch nach einer intensiven Prüfung stellten laut Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) die Planer nun fest, dass es keinen anderen Weg gibt, als das Wäldchen zu roden. Als Kompensation plant die Gemeinde eine mehr als doppelt so große Fläche an der Autobahn im Kirchheimer Norden aufzuforsten. Insgesamt kostet all das 680 000 Euro. Ein Teil davon kann die Gemeinde allerdings an die anderen Grundstückseigentümer weitergeben.

Am deutlichsten sprach sich Rüdiger Zwarg von den Grünen gegen die Fällungen aus. Er kritisierte unter anderem, dass der Bürgermeister den Gemeinderat zu spät darüber informiert habe und nun schnell eine Entscheidung herbeiführen wolle. Zwarg forderte, den Wall nicht vorschnell abzutragen - schließlich lasse sich das später nicht mehr rückgängig machen. Martina Görner, die in der Gemeindeverwaltung die Leitung für das Bauprojekt Kirchheim 2030 trägt, widersprach: Die Fällungen können aus ihrer Sicht nicht verschoben werden, weil sonst Flächen für die Baustelle fehlen, auf denen die Arbeiter etwa Geräte abstellen können. Stephan Keck von der SPD stimmte ihr zu: Es ergebe wirtschaftlich keinen Sinn, die Abtragung des Walls zu hinauszuzögern. "Und es ändert an der Tatsache, dass er gefällt werden muss, ja nichts."

Tatsächlich war es laut Rathausverwaltung nicht möglich, das Gebäude oder Sportanlagen auf dem Grundstück so zu platzieren, dass der Wall erhalten werden könnte. Geprüft wurde unter anderem eine Verlegung nach Süden - doch dann wäre die Schule dem angrenzenden Wohngebiet zu nahe gekommen. Der Bau des Gymnasiums beginnt nach derzeitigen Plänen 2020. Deshalb muss das Grundstück noch in diesem Jahr vorbereitet werden.