Kinderbetreuung Zwergerl ohne Stube

Raumnot der Elterninitiative verschärft Höhenkirchens Kitakrise

Von Bernhard Lohr, Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Die Rathausverwaltung in Höhenkirchen-Siegertsbrunn sieht sich wegen Defiziten in der Kinderbetreuung zunehmendem Druck ausgesetzt. Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) sagte am Donnerstag im Gemeinderat auf Anfrage von Mindy Konwitschny (SPD), dass 83 von 126 angemeldeten Kindergartenkindern im Herbst ein Platz zugesichert werden konnte sowie 41 von 64 Krippenkindern. Das heißt: Viele Familien sind ohne Aussicht auf Betreuung für ihre Kleinen, was Mayer mit fehlenden Fachkräften begründet. Der Elterninitiative Zwergerlstube fehlen von Herbst an zudem passende Räume. Viele Kleinkinder werden dort betreut.

Dass Britta Werhahn als Sprecherin der Elterninitiative vor Beginn der Sitzungen des Gemeinderats das Wort ergreift, hat sich schon zu einer Routine entwickelt. Auch diesmal erhob sie sich und fand warnende Worte. "Eine Lösung ist nach wie vor nicht in Sicht", sagte sie. Die Einrichtung "bangt ums Überleben". Nach aktuellem Stand muss die Zwergerlstube im September einen ihrer beiden genutzten Räume an der Angerstraße an den Kindergarten "Farbenkiste" abtreten. Die Zwergerlstube wurde 1974 von Eltern als Mutter-Kind-Treff ins Leben gerufen. Schon damals nahm der Betreuungsbedarf stetig zu. Heute nutzen 74 Mütter oder Väter die Eltern-Kind-Gruppen, 20 Kinder im Alter von 15 Monaten bis 3 Jahre besuchen den Spielkreis.

Das Angebot ist gerade in der Notsituation, in der die Gemeinde wegen fehlender Erzieher steckt, relevant. Konwitschny mahnte an, die Elterninitiative zu unterstützen und "möglichst viele Plätze zu erhalten, für die Eltern und für die Kinder", wie sie sagte. Dafür setzt sich Bürgermeisterin Mayer auch ein, seit längerem sogar und sehr intensiv, wie sie beteuert. Sie habe mittlerweile "drei Alternativen im Auge", sagte sie über die Suche nach Räumen für die Elterninitiative Zwergerlstube. Von einer Lösung des Problems sprach sie aber noch nicht. Denn es gibt einige Unwägbarkeiten. Wie es aussieht, werden die Räume eher kleiner sein als von den Eltern gewünscht. Auch werden Spielkreis und Eltern-Kind-Gruppe dort wohl nicht gemeinsam in dem Provisorium unterkommen. Die Betriebserlaubnis der Einrichtung ist ein offener Punkt. Langfristig soll es eine Bleibe in der renovierten "Alten Apotheke" geben.

Zunächst sollen, wie Otto Bußjäger (UB) beantragt hatte, alle Beteiligten bei einem Ortstermin die Lage beraten. Es gehe ihm darum, die Diskussion zu "versachlichen" und Dinge zu beschleunigen", sagte Bußjäger. Mayer nannte das "zielführend".