OrtsgeschichteErinnerungen an Taufkirchens keltische Wurzeln

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Das Keltenhaus in Taufkirchen (Archivbild) wird in diesem Jahr 30 Jahre alt.
Das Keltenhaus in Taufkirchen (Archivbild) wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Claus Schunk

Vor 2500 Jahren lebten am Hachinger Bach Kelten. Heute erinnert ein Freilichtdenkmal daran. Es feiert nun sein 30-jähriges Bestehen.

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

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Zwischen Sportstadion und Umweltgarten, versteckt hinter Bäumen, steht ein Gebäude, das von Taufkirchens keltischen Wurzeln erzählt. Genauer gesagt: Von Menschen, die just an diesem Ort vor mehr als 2500 Jahren lebten. Zeugnisse dieser Siedlung traten 1993 zutage, als auf dem Gelände südlich des Köglwegs der Sport- und Freizeitpark entstand. Damals stießen Archäologen dort auf Hausgrundrisse, Zaunreihen, Vorrats- und Abfallgruben sowie Feuerstellen, die sie auf das 5. Jahrhundert vor Christus datierten. Zur Erinnerung an diese Reste einer keltischen Siedlung, wurde am Fundort das erste archäologische Freilichtdenkmal im Landkreis München errichtet: das Keltenhaus, das am Samstag seinen 30. Geburtstag feiert.

„Dass es dieses Freilichtdenkmal gibt, ist maßgeblich dem damaligen Heimatpfleger Ernst Kistler zu verdanken“, sagt Michael Müller, der das Amt heute bekleidet. Er bietet regelmäßig Führungen im Keltenhaus an, das keine festen Öffnungszeiten hat. Nachdem die Archäologen seinerzeit auf die Spuren der keltischen Siedlung gestoßen waren, habe Ernst Kistler so lange auf den Bauträger Demos eingeredet, bis dieser sich bereit erklärte, das Denkmal zu finanzieren. Daraufhin errichtete eine Spezialfirma aus Berlin ein sogenanntes Sechspfostenhaus – ein in der Keltenzeit übliches Wohngebäude. Gebaut wurde es komplett ohne Stein aus dem Holz heimischer Wälder, mit einer lehmverputzten Flechtwand sowie einem Dach aus Reet.

Im Inneren des Keltenhauses erfahren Besucherinnen und Besucher auf Schautafeln mehr über die Archäologie im Hachinger Tal, das laut Michael Müller „ein echter Hotspot“ für Funde aus der Keltenzeit ist. Archäologen stießen in der gesamten Region auf Relikte jener Zeit, so auch an mehreren Stellen in Taufkirchen. „Das zeigt, dass es an verschiedenen Orten in der Gemeinde keltische Siedlungen gegeben hat“, sagt der Heimatpfleger.

Schon viel früher haben sich Menschen am Hachinger Bach niedergelassen. Beweise hierfür fanden sich ebenfalls bei den Bauarbeiten für den Sport- und Freizeitpark, bei denen nebst den Keltenfunden auch mehr als 5000 Jahre alte Kulturzeugnisse aus der Jungsteinzeit entdeckt wurden. Mehr über die Geschichte der Kelten und ihre Siedlungen in der Region erfahren Besucherinnen und Besucher am Samstag beim Keltentag. Überdies bietet die Taufkirchner Volkshochschule an diesem Donnerstag um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema „Die Kelten in Taufkirchen und Bayern“ an.

Seinen 30. Geburtstag feiert das Taufkirchner Keltenhaus am Samstag, 13. Juni, mit einem Keltentag. Von 14 bis 18 Uhr spielt eine historische Darstellungsgruppe aus Kirchheim keltisches Leben nach; überdies baut die örtliche VHS mehrere Mitmachstationen auf und auch für Kinder gibt es verschiedene Angebote.

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