Vor Urzeiten gebar der Urknall das Universum. Aus der Ursuppe entstand das Leben, und als das Leben zu denken begann, erfanden Philosophen wie Platon ideale Urbilder. Etliche Jahrhunderte später noch begab sich Goethe auf die Suche nach der Urpflanze. Mit einer Urpflanze braucht man einem Urbayern freilich nicht zu kommen, allenfalls in Form eines archetypischen Fleischpflanzerls. Klar ist, dass der Rückblick auf die Ursprünge immer auch ein philosophischer Akt ist, gemäß der Maxime: Nur, wer die Vergangenheit kennt, begreift die Gegenwart und kann die Zukunft gestalten. Traditionsbewusstsein als Zeit gewordene Weltaneignung. Und damit zum „Urkrug der Bayern“, dem Keferloher. Laut der Website der Keferloher Freunde ist er ein „weltberühmter Maßkrug“, so bekannt in allen Erdteilen wie sonst aus unseren Gefilden nur die weltberühmte Münchner Eisbach-Welle. Ursprünglich ein Trinkgefäß aus Ton, glasiert am oberen Ende und ohne Deckel.
BrauchtumKeferloher mit Deckel
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In Keferloh ist man stolz darauf, dass der „Urkrug der Bayern“ nach dem Ort benannt ist. Zum Einsatz kommt er dort allerdings kaum noch, denn die große Zeit des Keferloher Montags ist vorbei – zumindest vorerst.
Kolumne von Udo Watter, Grasbrunn
