Kandidatenkür:Das Karussell dreht sich

Europawahl

Langsam kristallisiert sich heraus, wer auf den Wahllisten steht.

(Foto: Frank Leonhardt/dpa)

Im Oberschleißheim, Unterschleißheim und Unterföhring stellen die Parteien die Weichen für die Kommunalwahl

Von Klaus Bachhuber und Sabine Wejsada, Oberschleißheim

Nach den großen Erfolgen bei den jüngsten Landtags- und Europawahlen wollen die Grünen "mit ihrer aussichtsreichen Kandidatin auch in der Kommunalpolitik mehr Verantwortung übernehmen", leitete Ortsvorstandssprecher Christoph Münster die Nominierung von Ingrid Lindbüchl ein. Bei einer Ortsversammlung am Donnerstag im Bürgerzentrum wurde die 53-Jährige zur Bürgermeisterkandidatin gewählt. In ihrer Vorstellung kündigte sie "Rückgrat, mutige Pläne und kraftvolles Handeln" an.

Ihr Hauptanliegen sei es, "Oberschleißheim ein neues Selbstbewusstsein zu geben, Ortsidentität zu schaffen und Oberschleißheim als Marke zu entwickeln". Man müsse den externen Verhandlungspartnern der Gemeinde "Paroli bieten und sich nicht ständig über den Tisch ziehen lassen", sagte sie in Richtung des amtierenden Bürgermeisters Christian Kuchlbauer (FW). Dies bezog sie auf den Umgang mit der Universität beim Einfordern der geschlossenen Zielvereinbarung für den Campus-Ausbau oder bei den Verhandlungen mit Rewe als Nahversorger im Ortskern. Lindbüchl rief dazu auf, die alten Denkmuster in der Ortspolitik fallen zu lassen und neue Wege zu gehen.

Alle akuten Themen müsse man "neu und besser denken und vor allem mit den Geboten der Stunde, Klimaschutz, Umwelt- und Naturschutz, zusammendenken". Konkret nannte sie die Entwicklung zur klimaneutralen Gemeinde, bezahlbaren genossenschaftlichen Wohnungsbau, den raschen Ausbau von Bus und Bahn und die Abkehr vom Credo, dass Straßenbau Verkehr reduziere.

Bei der Gewerbeentwicklung sei Qualität gefragt und "nicht sinnlose Blanko-Ausweisungen von Gewerbegebieten". Da Boden ein kostbares Gut sei, gelte es, "den Flächenfraß einzudämmen und Gewerbegebiete zielgenau, vorhabensbezogen und maßvoll zu entwickeln".

Die gebürtige Siebenbürgerin lebt seit 42 Jahren in Oberschleißheim. Die Gemeinderätin unterrichtet als Vorschulpädagogin in einem Schulkindergarten in Eching. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Engagiert ist sie unter anderem als Sprecherin der Projektgruppe Kinder & Jugend der Lokalen Agenda 21 und im Tourismusverein.

SPD Unterschleißheim

Mit ihrer bewährten Stadtratstruppe ziehen die Unterschleißheimer SPD und ihr Bürgermeister Christoph Böck in die Kommunalwahl 2020. Neun der zehn amtierenden Stadträte treten 2020 zur Wiederwahl an, einzig Alexander Kieslich scheidet aus privaten Gründen aus. Sechs amtierende Stadträte belegen die Spitzenplätze der Kandidatenliste hinter Bürgermeister Böck, der sich um eine Wiederwahl bewirbt. Von den Neulingen ist Birte Bode am besten platziert auf Listenplatz acht. Sie ist Chemikerin und Patentanwältin und Mutter von zwei Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter.

Auf Listenplatz neun kandidiert Peter Rein, Physiotherapeut und bekannt aus diversen Vereinsämtern. Auf hinteren Listenplätzen treten mit Antje Kolbe, 77, Renata Schuster, 71, und Karl Rammelsberger, 80, auch drei Stadtrats-Senioren noch mal an. Jüngste Bewerber sind die Studenten Sina Fateminejad, 20, Vorsitzender im Unterschleißheimer Jugendparlament, auf Platz 13 und Philipp Wallner, 22, auf Platz elf. Mit 13 Frauen auf der Liste mit 30 Kandidaten hält die SPD bis Platz 26 das "Reißverschlussverfahren" ein. Sieben Kandidaten sind keine Parteimitglieder. Besonders stolz sind die Genossen auf die ehrenamtliche Verwurzelung ihrer Kandidaten in den örtlichen Vereinen und Organisationen. 27 der 30 Kandidaten sind dort engagiert. Das Programm wird demnächst vorgestellt.

Die SPD-Liste: 1. Christoph Böck, 2. Annegret Harms, 3. Thomas Breitenstein, 4. Katherina Bednarek, 5. Benjamin Strasser, 6. Sybille Bichlmeier, 7. Stefan Schneiders, 8. Birte Bode, 9. Peter Rein, 10. Antje Kolbe, 11. Philipp Wallner, 12. Renata Schuster, 13. Sina Fateminejad, 14. Marlies Krimm-Kennepohl, 15. Dietmar Kemkemmer, 16. Veronique Sellinger, 17. Edward Bednarek, 18. Erika Past,19. Helmut Gierke, 20. Sabine Laus, 21. Gert Karner, 22. Susanne Teuner-Berkholz, 23. Karl Rammelsberger , 24. Alexandra Gürtler, 25. Siegfried Hentschel, 26. Manfred Past, 27. Karl Boscher, 28. Henry Halbig, 29. Sonja Lehnert, 30. Marcel Schaller, 31. Janis Karner, 32. Peter Schmid

CSU Unterföhring

"Wir haben uns breit aufstellt und vor allem auf Erneuerung durch viele junge Kandidaten, auf Frauen und auf die Kompetenz der bestehenden Gemeinderäte gesetzt," sagt CSU-Bürgermeisterkandidat Manfred Axenbeck über die Gemeinderatsliste, mit der Christsozialen in Unterföhring antreten wollen. Unter dem von Axenbeck ausgegebenen Motto "Man(fred) kann's besser machen!" will die CSU bei den Themen Verkehr, Wohnungsbau, Ortsentwicklung, soziale Themen, Bildung, Umwelt, Finanzen, Jugend- und Vereinsförderung punkten. Zweite Bürgermeisterin Betina Mäusel freut sich auf den Wahlkampf mit diesem Team: "Wir haben zwei Junge und vier Frauen und eine Seniorin unter den ersten zehn Kandidaten auf der Liste. Insgesamt setzen wir auf Jung und Alt, ehrenamtlich Engagierte, Alteingesessene und Neubürger, berufstätige Mütter, Azubis und Studenten, Kaufleute und Technikspezialisten, Selbständige und Angestellte." Das Ziel lautet, die derzeit sechsköpfige Gemeinderatsfraktion auszubauen. Nicht mehr an Bord ist Gemeinderat Franz Solfrank, der aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidiert.

Die CSU-Liste: 1. Manfred Axenbeck, 2. Stefan Schnabel, 3. Marianne Rader, 4. Betina Mäusel, 5. Lorenz Ilmberger, 6. Michael Axenbeck, 7. Christine Bayer, 8. Alexander Mayer, 9. Lukas Ilmberger, 10. Angelika Tettmann, 11. Phillip Truppe, 12. Josef Ebert, 13. Thomas Geier, 14. Sandra Cerny, 15. Bernd Sigl, 16. Stefanie Maier, 17. Fabio Gravagna, 18. Walter Donaubauer, 19. Claudia Leitner, 20. Florian Heinritz, 21. Sabrina Schnabel, 22. Maximilian Ziegler, 23. Christian Mayerhofer, 24. Günther Hauf, 25. Franz Leitner und 26. Markus Brestrich (beide Ersatz).

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