Kallmann-Museum:Das Juwel wird teurer

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Noch steht ein Gerüst neben dem Kallmann-Museum, doch der Baufortschritt ist deutlich erkennbar. (Foto: Florian Peljak/ )

Die Ismaninger Gemeinderäte müssen für die Sanierung und Erweiterung des Kallmann-Museums eine halbe Million Euro mehr einplanen. Der Freude über den Baufortschritt tut das keinen Abbruch.

Von Sabine Wejsada, Ismaning

Auf der Baustelle geht es zügig voran, die Arbeiten liegen voll im Zeitplan – und das, was bei der derzeit laufenden Generalsanierung und Erweiterung des Kallmann-Museums im Schlosspark entsteht, findet im Ismaninger Gemeinderat großen Gefallen. Dessen Mitglieder haben sich unlängst gemeinsam mit Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) bei einem Rundgang davon überzeugen können, dass dort „ein Juwel“ entsteht, wie Greulich-Vorgänger und Kallmann-Stiftungsvorsitzender Michael Seldmair am Mittwochabend schwärmte. Zuvor hatte der Gemeinderat einstimmig die Übernahme weiterer Kosten in Höhe von mehr als einer halben Million Euro für das Projekt beschlossen.

Das weit über die Grenzen von Ismaning hinaus bekannte Kallmann-Museum wird seit Juli 2023 aufwendig umgebaut und ertüchtigt. Zu Beginn des nächsten Jahres soll die Einrichtung voraussichtlich wieder öffnen. Die Gesamtkosten für die Sanierung betragen laut aktueller Berechnung knapp 5,5 Millionen Euro, den Großteil davon übernimmt die Gemeinde Ismaning. Diese Kosten haben sich nun auf rund 3,5 Millionen Euro erhöht.

Wie Bürgermeister Greulich im Gemeinderat sagte, ergibt sich die Steigerung unter anderem durch eine Anhebung der Honorare für die Planer wegen des „Bauens im Bestand“ und des erhöhten Standards bei Museen. Zudem sind seinen Worten zufolge die Anforderungen für den Brandschutz gestiegen. Auch habe man erst nach Beginn der Arbeiten entdeckt, dass in der Bausubstanz des mehr als 30 Jahren alten Hauses Schadstoffe schlummerten, die entsorgt werden mussten, und es einen Schimmelbefall gab. Um die Baustelle gegen Diebe zu sichern, die es auf Werkzeuge, Kupfer und andere Materialien abgesehen haben, wurde eine Videoüberwachung installiert. Das alles treibe die Ausgaben in die Höhe, sagte Greulich und erinnerte daran, dass man zu Beginn der Planung zur Sanierung des Kallmann-Museums „keinen Risikozuschlag“ eingeplant habe. Die Baupreise aber seien in den vergangenen Jahren enorm gestiegen.

Sowohl Greulich als auch die Fraktionen im Gemeinderat halten all das für gut investiertes Geld. Erfreulich für die Ismaninger Kommunalpolitiker ist darüber hinaus, dass es für die Sanierung des Museums Zuschüsse gibt: So steuert der Landkreis München 200 000 Euro bei, aus dem Kulturfonds Bayern kommen 33 700 Euro. Die Eigenmittel der Kallmann-Stiftung und die Förderung durch Dritte belaufen sich auf circa 1,7 Millionen Euro.

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„Es macht Spaß zu sehen, was da kommen wird“, sagte Greulich. Das Kallmann ist künftig barrierefrei, die Haustechnik bekommt ein Update auf moderne Museumsstandards, der Vorplatz wird einladend gestaltet und es gibt laut dem Bürgermeister „schöne Licht- und Schatteneffekte“.

Im Zuge von Sanierung und Umbau wird der bestehende, aber in der Vergangenheit nur selten genutzte Innenhof überdacht. Auf diese Weise entsteht ein zusätzlicher, knapp 100 Quadratmeter großer Raum. Dieser erweitert nicht nur die Ausstellungsmöglichkeiten, sondern dient als Multifunktionsraum für Konzerte, Eröffnungen, Vorträge und gemeindliche Veranstaltungen.

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