Im Gegensatz zu heute war die Jugend früher ein Kindergeburtstag. Ein Wellness-Ritt durch den Ponyhof der Pubertät hinein in eine berufliche und akademische Zukunft, die von Wohlstand und Ordnung umhegt schien. In den Jahren vor dem Siegeszug der mobilen digitalen Aufmerksamkeitsräuber waren jüngere Menschen noch unbelastet von sozialen Medien, Optimierungsdruck, Pandemien sowie Tankangst. Und – sapperlot – sie waren sogar fähig, über einen längeren Zeitraum ihre Augen über Buchseiten wandern zu lassen und einen Telefonanruf ohne Vorwarnung anzunehmen. Manche lernten gar Gedichte auswendig, es gab Raucherräume statt Safe Spaces und wer im Philosophie-Studium ein Heidegger-Seminar belegte, musste sich mit dem ontologischen Unterschied zwischen Sein und Seiendem auseinandersetzen.
Jugend im postdigitalen ZeitalterWer chillt, hat keine Tankangst
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Früher war die Jugend offenbar schöner, auch im Münchner Umland. Doch die Frage, ob die Welt den Mutigen oder den Zumutungen gehört, müssen die juvenilen Sensibelchen selbst beantworten – womöglich ohne Handy und an der Zapfsäule.
Kolumne von Udo Watter, Pullach

So tickt die Jugend:„Jugendliche unterscheiden nicht mehr zwischen online und offline“
Der Kreisjugendring hat Menschen im Alter von zwölf bis 27 Jahren zu ihren Lieblingsbeschäftigungen und Sorgen befragt. Die Ergebnisse ordnet Projektleiterin Blandine Ehrl in einem Gespräch ein.
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