Die Liberalen haben kurz vor der entscheidenden Phase im Landtagswahlkampf ihren Kreisvorsitzenden verloren. Ralph Peter Rauchfuss starb am Sonntag, 17. Juni 2018, im Alter von gerade mal 64 Jahren und versetzte die Partei in ihrem Stammland rund um München in einen Schockzustand. Rauchfuss hatte seit 2012 als Kreisvorsitzender überwiegend im Hintergrund daran gearbeitet, die FDP durch schwierige Zeiten zu führen. Die Partei flog aus dem Bundestag und dem Landtag und verlor zudem im Münchner Umland deutlich an Einfluss. Doch unter Rauchfuss, der erst spät zu den Freidemokraten gestoßen war, begann schon der Neuaufbau an der Basis, unter anderem durch die Gründung neuer Ortsverbände. Nicht zuletzt seine Weggefährten Tobias Thalhammer, der im April 2018 zur CSU wechselte, und Otto Bußjäger, der heute bei den Freien Wählern zu reüssieren versucht, trauerten um den PR-Fachmann, mit dem sie zeitweise sehr eng zusammengearbeitet haben.

Die Trauer in der Gemeinde Pullach war groß, als die Nachricht von dem Tode des langjährigen SPD-Gemeinderats und Ehemanns von Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund, Odilo Helmerich, eintraf. Im Alter von nur 68 Jahren starb der gebürtige Würzburger am Faschingsdienstag, 13. Februar, nach langer, schwerer Krankheit. 1970 trat Helmerich in die SPD ein, inspiriert durch Willy Brandts Motto "Mehr Demokratie wagen", das für ihn ein Leben lang zum Leitspruch wurde. Seit 1984 saß er im Pullacher Gemeinderat, war zeitweise Fraktionschef, Vorsitzender des Ortsvereins und Kreisrat. Zwei Mal kandidierte Odilo Helmerich vergeblich für das Bürgermeisteramt.

An seinem Grab standen auch mehrere ehemalige Schüler, die der beliebte Pädagoge am Pullacher Gymnasium Deutsch, Geschichte und Sozialkunde lehrte. Geschichtsbewusstsein war für ihn auch ein wichtiger Antrieb für die Aussöhnung mit Frankreich, an der ihm sehr gelegen war und die er lange Zeit als Partnerschaftsreferent mit vorangetrieben hat.