Ismaning Zwexit

Ismaning will nicht mehr für das Werner-Heisenberg-Gymnasiums Garching zahlen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Der Ismaninger Gemeinderat pocht darauf, so bald wie möglich aus dem Zweckverband Gymnasium Garching auszuscheiden. Landrat Christoph Göbel besteht auf einer Lösung, die auch für Garching finanziell tragbar ist.

Von Irmengard Gnau, Ismaning

Die Kommunalpolitiker in Ismaning sind sich einig. Angesichts der Tatsache, dass bereits eifrig am Schulhaus für das 2012 beschlossene eigene Gymnasium gebaut wird, will die Nordkommune nicht mehr auch das Gymnasium in Garching mittragen. Ismaning will daher aus dem gemeinsamen Zweckverband mit den Kommunen Unterföhring und Garching und dem Landkreis aussteigen, und zwar "zum nächstmöglichen Zeitpunkt". Einen entsprechenden Entschluss hat der Gemeinderat am Donnerstag einstimmig gefällt.

Ismaning fordere "eine faire Lösung", sagt Bürgermeister Alexander Greulich (SPD). Der Rückzug im Falle eines eigenen Gymnasiums sei bereits in der vergangenen Amtsperiode besprochen worden, nun sei es an der Zeit "dieses Ausscheiden auch formell zu bestätigen". Der Ismaninger Ausstieg bedeutet für die beiden übrigen beteiligten Kommunen eine erhöhte finanzielle Belastung. Zieht sich eine Gemeinde aus dem Zweckverband zurück, so regelt die Satzung, dass die anderen beiden diese auszahlen müssen. Die Stadt Garching hätte in diesem Fall den Löwenanteil zu tragen, weil der Großteil der Schüler, die das Werner-Heisenberg-Gymnasium besuchen, aus der Universitätsstadt kommt.

Zweckverband soll finanzielle Folgen auflisten

Die Ismaninger Gemeinderäte waren sich gleichwohl einig, dass sie ihr Augenmerk nun auf die eigene Schule legen. "Wir müssen unsere Prioritäten und Kapazitäten auf unser Gymnasium richten", unterstrich Günter Glasner, Fraktionsvorsitzender der FWG. Für jenes hat die Gemeinde eine separate Zweckvereinbarung mit dem Landkreis getroffen. Auch Unterföhring hat bereits die Zusage für ein eigenes Gymnasium und eine entsprechende Vereinbarung.

Im Hinblick auf das Haushaltsjahr 2017 fordert Ismaning den Zweckverband nun auf, die finanziellen Konsequenzen eines Ausstiegs aufzulisten und einen Zeitrahmen für die Abwicklung aufzustellen. Gleichwohl will Bürgermeister Greulich den Nachbarn Garching nicht im Regen stehen lassen: "Wir bauen allesamt auf eine konstruktive Lösung. Natürlich ist es eine Zwickmühle, alle Interessen unter einen Hut zu bringen."

Auf Kreisseite wird der Ismaninger Vorstoß eher verwundert aufgenommen. Angesichts der eigenen Vereinbarungen sei völlig klar, dass Ismaning und Unterföhring kein Interesse daran hätten, lange im Zweckverband zu verbleiben, sagt Landrat Christoph Göbel (CSU). Man wolle aber keinen Hau-Ruck-Ausstieg, sondern sei dabei, ein "intelligentes Modell" zu entwickeln. Als Variante ist denkbar, dass der Zweckverband aufgelöst wird und der Kreis auch mit Garching eine Zweckvereinbarung schließt. Auch die Überführung des Garchinger Zweckverbands in den für die Realschule Ismaning wird überlegt. Welche Variante es am Ende wird, sei offen, sagt Göbel: "Für mich ist zentral, eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten tragbar ist, auch finanziell."