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Ismaning/Unterföhring:Die Deadline rückt näher

In der Pandemie unvorstellbar: Dichtes Gedränge am Ismaninger Christkindlmarkt, ein Szenario, das es 2020 so nicht geben wird.

(Foto: Robert Haas)

Wie in vielen anderen Kommunen droht auch in Ismaning und Unterföhring eine Absage der Christkindlmärkte. Andere Veranstaltungen wie Bürgerversammlungen müssen aus Hygienegründen gut durchdacht werden

Von Sabine Wejsada, Ismaning/Unterföhring

In gut drei Monaten ist Weihnachten und normalerweise laufen bereits jetzt die Vorbereitungen für die Christkindlmärkte in Ismaning und Unterföhring, die in beiden Kommunen immer am ersten Dezemberwochenende stattfinden. Doch in diesem Corona-Jahr ist alles anders. "Wir gehören nicht zu denen, die gleich alles absagen", versichert Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) am Donnerstagabend im Gemeinderat. "Aber wir brauchen eine Deadline."

Man sei zwar in ständigem Austausch mit den Vereinen und Organisationen, die traditionell den Weihnachtsmarkt beschicken, aber die wegen der Pandemie geltenden Hygienevorgaben mit Maskenpflicht und Abstand machen es schwer, sich vorzustellen, dass es am Kirchplatz Glühweinstände gibt, wie Geschäftsleiter Andreas Hobmeier einräumt. Einen Budenzauber mit Einlasskontrollen und der Erfassung der Kontaktdaten eines jeden Besuchers sei kaum zu bewerkstelligen. Auch wenn man nun Gespräche zur Planung führe, "müssen wir uns vorbehalten, kurzfristig abzusagen", sagt der Ismaninger Bürgermeister.

Ähnliche Überlegungen gibt es im Nachbarort Unterföhring: Dort ist für Montag, 21. September, ein Treffen mit den Vereinen geplant, die den Christkindlmarkt am Bürgerhaus organisieren, dessen Erlös komplett gespendet wird. Nach den Worten von Rathauschef Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft, PWU) soll bei dem Gespräch geklärt werden, ob eine Veranstaltung des Adventszaubers überhaupt denkbar ist. Der Markt in Unterföhring wird ausschließlich von Ehrenamtlichen betreut, sie führen die Stände, produzieren und verkaufen die Waren. Dass sie nun auch noch als Ordner auftreten und Einlasskontrollen machen sollen, ist für Kemmelmeyer ausgeschlossen.

Unterdessen hat die Gemeinde wegen Corona bereits einige Veranstaltungen bis zum Jahresende abgesagt: So werden zum Beispiel der Wirtschaftsempfang im November, die Seniorenweihnachtsfeier und das Dankeschön-Essen für die Vereine mit Ehrungen nicht stattfinden. Ausfallen muss zudem das mehrtägige "After Work Xmas" auf dem S-Bahn-Kreisel. Das Kulturprogramm wird unter Beachtung der Vorschriften fortgeführt, ein Angebot für Senioren läuft in kleinem Rahmen nur mit Anmeldung. Das Café Valentin bleibt geschlossen. Die Bürgerversammlung aber soll über die Bühne gehen, auch wenn die Durchführung dem Unterföhringer Bürgermeister arges Kopfzerbrechen bereitet, wie er der SZ sagte. Sie findet aller Voraussicht nach am Mittwoch, 14. Oktober, im Bürgerhaus statt - mit maximal 94 Zuhörern; die gesonderte Seniorenbürgerversammlung indes entfällt.

Obwohl es in Ismaning noch bis zum Dreikönigstag, 6. Januar, dauert, ehe Greulich den traditionell zahlreichen Zuhörern Rede und Antwort stehen wird, macht man sich dort bereits Gedanken über den Ablauf der Bürgerversammlungen. Mit nur einer für den Hauptort werde man wohl nicht auskommen, sagte der Rathauschef am Donnerstag im Gemeinderat. Und für die Ortsteilversammlung für Fischerhäuser werde man auf einen größeren Ort ausweichen müssen. Das Sportheim des SC Grüne Heide ist viel zu klein, um Abstandsregeln einhalten zu können.

© SZ vom 19.09.2020

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