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Ismaning:Trauer um den grünen Rebellen

Alfred Fischer war 18 Jahre lang das Gesicht der Grünen im Ismaninger Gemeinderat.

(Foto: lks)

Der langjährige Ismaninger Gemeinderat und Kreisrat Alfred Fischer ist im Alter von 65 Jahren gestorben.

Von Martin Mühlfenzl

Hat ihm eine Entscheidung seiner Gemeinderatskollegen nicht gepasst, und das kam hin und wieder vor, hat Alfred Fischer schon mal den Sitzungssaal im Ismaninger Rathaus verlassen, um das ärgerliche Abstimmungsergebnis nicht live miterleben zu müssen. Dafür, sagt die heutige Sprecherin der Grünen in Ismaning, Silke Levermann, war er zu sehr Rebell. "Ein durch und durch aufrechter Grüner", wie Levermann sagt. Am Dienstag ist der aufrechte Grüne Alfred Fischer im Alter von 65 Jahren verstorben.

Fischer, der bis zu seiner Pensionierung bei der Post tätig war, hat die Grünen in der Krautgemeinde mit aufgebaut. Nahezu 18 Jahre lang - von 1990 bis 2008 - war der gebürtige Ismaninger das Gesicht der Partei im Gemeinderat. Ebenso lange vertrat er die Grünen zudem im Münchner Kreistag und engagierte sich dort unter anderem als Finanzreferent.

"Immer gerade heraus"

"Er war ein Original", sagt Ismanings Altbürgermeister Michael Sedlmair von den Freien Wählern, "ein mit allen Wassern gewaschenes Schlitzohr und streitbarer Geist, der in unserer Gemeinde viele Akzente gesetzt hat." Und dies auf eine sehr gesellige und gewitzte Art und Weise, sagt Sedlmair.

Seinen Nachfolgern und Nachfolgerinnen im Gemeinderat und den Parteiämtern ist Fischer bis zuletzt mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Dabei, sagt Silke Levermann, habe er immer gerade heraus seine Meinung gesagt - wenn ihm auch etwas nicht gepasst hat - und mit seinem umfangreichen Wissen über seine Heimatgemeinde unterstützend gewirkt. Alfred Fischer hinterlässt eine Tochter und seinen Bruder Franz Fischer.

© SZ vom 30.12.2016 / müh/wkr

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