Illuminiertes Wahrzeichen Ismaninger Leucht-Turm

Er soll nicht nur tagsüber weithin sichtbar sein. Die Ismaninger wollen ihren Wasserturm nachts beleuchten.

(Foto: Stephan Rumpf)

Ismaning will eines seiner ortsprägenden Gebäude nachts anstrahlen lassen.

Von Irmengard Gnau, Ismaning

Dass gut sichtbare Bauwerke eine gewisse Strahlkraft entwickeln können, ist wohl unbestritten. Und auch wenn der Ismaninger Wasserturm nicht an die weltweite Berühmtheit eines Eiffelturms heranreicht, so ist das Industriedenkmal doch ein im Landkreis wohlbekanntes Gemäuer, das für die Gemeinde durchaus als lokales Wahrzeichen gelten darf.

Darum schien es einigen Gemeinderäten auch nur einleuchtend, diese Bedeutung zu jeder Tag- und Nachtzeit sichtbar zu machen - indem der Wasserturm künftig nächtens illuminiert wird.

Der beleuchtete Wasserturm als "optisches Highlight"

Einen entsprechenden Antrag hatte der FWG-Gemeinderat Thomas Schweiger an die Verwaltung gestellt, verbunden mit der Bitte, doch die Möglichkeiten einer solchen Beleuchtung zu prüfen. Auf diese Weise, so seine Argumentation, würde der Wasserturm zu einem "optischen Highlight" für das Auge von Einheimischen und Besuchern gleichermaßen. Schweiger brachte auch verschiedene Farbkombinationen ins Spiel. So könnte der Turm beispielsweise an landesweiten Feiertagen im zünftig bayerischen, weiß-blauen Rautenmuster erstrahlen.

Johanna Hagn verwehrt sich aber gegen unpassende Farbspiele

Die Grundidee erntete breites Wohlwollen unter den Gemeinderäten. Und sie inspirierte einige zu weiteren Ideen. Man solle Lichtexperten in die Planungen einbeziehen, schlug die Dritte Bürgermeisterin Luise Stangl (SPD) vor, wobei sie freilich nicht gleich von "Las Vegas am Wasserturm" sprechen wollte. Parteikollegin Johanna Hagn kann sich eine Illuminierung ebenfalls gut vorstellen, verwehrte sich jedoch heftig gegen Farbspiele, die dem Charakter des Industriedenkmals nicht gerecht würden. Ob es die Möglichkeit gebe, Sponsoren einzubinden, überlegte Bürgermeister Alexander Greulich (SPD).

Mancher würde sich ein Lichtkonzept auch für andere Gebäude wünschen

Die Vorstellung des erleuchteten Wahrzeichens entzündete weitere Ideen. Auch das Lichtkonzept an der Seidl-Mühle, dem ehemaligen Großmahlwerk, wo nach dem Umbau des Ensembles vor einigen Jahren die Ismaninger Kultur- und Bildungseinrichtungen ein architektonisch ansprechendes Zuhause gefunden haben, solle überprüft werden, regte Stangl an. Der Gemeinderat Bruno Rimmelspacher, ebenfalls SPD, entdeckte gar noch weitere wichtige Gebäude in der Gemeinde, die genauso einer solchen Hervorhebung würdig wären.

Der Schlosspark etwa, grüner Stolz der Ismaninger im Ortszentrum, verstecke sich regelrecht hinter der Mauer, welche ihn von der viel befahrenen Münchner Straße trennt. Noch dazu sei das Mauerwerk so bewachsen, dass manchem Passanten entgehen könnte, welch zauberhafte Anlage sich dahinter verbirgt - ein Hinweis durch einen Lichtkegel könnte auch hier Abhilfe schaffen. Und auch das Stelenkonzept, mit dem die Gemeinde vor wichtigen Gebäuden Erklärungen zu deren Herkunft und Nutzung bietet, könne ergänzt werden, so Rimmelspacher.

Die allgemeine Begeisterung am künftig womöglich noch helleren Glanz der Gemeinde unterbrach lediglich Irene Holler. Der Grünen war der "Enthusiasmus der Illuminierung" ihrer Kollegen schlicht zuviel. Wenn die Kommune so zahlreiche Gebäude nachts ständig beleuchten wolle, setze sie damit ein Zeichen - und zwar eines, das den Prinzipien eines energiebewussten Verhaltens gänzlich widerspreche. Erst am 19. März hatte sich Ismaning an der weltweiten Umweltschutzaktion "Earth Hour" beteiligt und für eine Stunde das Licht an öffentlichen Gebäuden gelöscht. Mit ihrem Appell drang Holler bei ihren Gemeinderatskollegen jedoch nicht durch. Lediglich sie und ihr grüner Fraktionskollege Volker Bäumer stimmten am Ende gegen den Prüfauftrag.