Umstrittener VogelabschussDemo gegen Jagd auf Gänsesäger bei Ismaning

Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) hat auch im vergangenen Jahr gegen den Abschuss von Gänsesägern an der Isar demonstriert.
Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) hat auch im vergangenen Jahr gegen den Abschuss von Gänsesägern an der Isar demonstriert. (Foto: Catherina Hess)

Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz verurteilt den Abschuss der Entenvögel, die angeblich für den Rückgang von Äschen in bayerischen Flüssen verantwortlich sind.

Wie schon im vergangenen Jahr hat der Landesbund für Vogel- und Naturschutz  (LBV) an der Isar bei Ismaning gegen die Jagd auf den Gänsesäger demonstriert. „Ab dem 16. August beginnt hier wieder ein wahlloses, sinnloses Abschießen ohne klares Ziel unter dem Deckmantel eines wissenschaftlich fragwürdigen Projekts“, sagte LBV-Geschäftsführer Helmut Beran laut einer Presserklärung.

Eigentlich ist die Jagd auf Wildvögel grundsätzlich nicht erlaubt. Beim Gänsesäger gibt es eine Ausnahme – weil er Fische frisst und womöglich für den Rückgang von Äschen in bayerischen Flüssen verantwortlich ist. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts sind in den vergangen zwei Jahren 653 Gänsesäger außerhalb der Brutsaison von August bis März an sechs bayerischen Flüssen von Jägern geschossen worden, die meisten an der Mittleren Isar.

Der LBV, der Bund Naturschutz und die Ornithologische Gesellschaft sind im Juni 2024 unter Protest aus der projektbegleitenden Arbeitsgruppe ausgetreten. Bislang seien die Mageninhalte von 105 geschossenen Vögeln untersucht worden, teilt der LBV mit, weitere 179 Mageninhalte sollen noch ausgewertet werden, um herauszufinden, wie sich die Nahrung der Vögel genau zusammensetzt. Es sei „nicht nachvollziehbar, warum weitere Gänsesäger getötet werden müssen, obwohl bisher nur weniger als die Hälfte der bereits geschossenen Vögel untersucht wurden“, sagt Heinz Sedlmeier, Leiter der LBV-Geschäftsstelle München.

„Aus unserer Sicht sind dieses Projekt und seine Fortführung nur ein billiger Vorwand, um eine dauerhafte bayernweite Bejagung des Gänsesägers vorzubereiten“, sagt Helmut Beran. Aus den Abschüssen ließen sich „keine wissenschaftlich begründbaren Rückschlüsse“ ziehen. Zudem seien bislang „kaum positive Effekte auf Fischarten wie die Äsche beobachtet“ worden.

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Von Sabine Wejsada

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