Seit den ersten Januartagen brummt es wieder im Stammsitz des Kallmann-Museums in Ismaning. Die Fassade glänzt gülden in der Wintersonne, so als weise sie stolz den Weg hinein in das frisch aufgeputzte Gebäude. Eineinhalb Jahre lang war das Stiftungsmuseum geschlossen, nun feiert die Museumsfamilie die Wiedereröffnung: Am Freitag, 17. Januar, von 18 Uhr an präsentieren sich die sanierten und um einige Annehmlichkeiten erweiterten Räumlichkeiten zum ersten Mal wieder der Öffentlichkeit.
Rasmus Kleine, der Leiter des Museums, ist merklich stolz und glücklich, selbst wenn er heuer wegen des Umbaus auf seinen Weihnachtsurlaub überwiegend verzichten musste. Doch das Ergebnis ist die Mühe wert, so darf man getrost konstatieren. Die Generalsanierung und Erweiterung des „Kallmann“ konnte im Zeit- und Kostenplan und ohne größere böse Überraschungen abgeschlossen werden – allein das ist bei Baustellen größeren Formats ja durchaus eine Meldung wert. Und sie ist gelungen.
Seit Juli 2023 waren die Bauarbeiten rund um das Team der Architekten Max Venus und Alfons Scheibl aus München im Gange. Der Nachbau einer historischen Orangerie aus dem 19. Jahrhundert, idyllisch am Rande des Ismaninger Schlossparks gelegen, war 1992 als Museum eröffnet worden und hatte nach mehr als 30 Jahren Betrieb einige Reparaturen nötig. Im Zuge dessen, beschloss die Gemeinde Ismaning, sollte das Gebäude gleich auch erweitert, energietechnisch auf aktuellen Stand gebracht und barrierefrei gestaltet werden.
Das hat sich die Kommune einiges kosten lassen: Von den insgesamt gut 5,4 Millionen Euro Baukosten trägt Ismaning mit etwa 3,5 Millionen den Löwenanteil. Daneben hat die Kallmann-Stiftung Gelder eingebracht, außerdem fördern der Landkreis München, die Bayerische Landesstiftung und der Kulturfonds wie auch das Bundeswirtschaftsministerium das Projekt.

In die Außenfassade wurden neben den schrägen Fenstern Solarpaneele eingesetzt, die einerseits Energie gewinnen, andererseits den Sonneneinfall bremsen, sodass die Innenräume nun mittels einem ausgefeilten Lichtkonzept gezielter beleuchtet werden können. Gemeinsam mit der modernen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach kann das Museum künftig seinen gesamten Strombedarf selbst über erneuerbare Energie decken.
Die wohl offensichtlichste Neuerung im Inneren liegt im Zentrum: Der bisherige Innenhof wurde überdacht und als neuer zentraler Ausstellungsraum in das Museum aufgenommen. Mit seiner Raumhöhe von knapp fünf Metern bei etwa 100 Quadratmetern Fläche bietet dieser Saal Möglichkeiten, die Museumsleiter Kleine ins Schwärmen kommen lassen: von wandhohen Gemälden bis zu Installationen spricht er. Auch für die beliebten Jazz-Konzerte wird der Raum genutzt werden, zusätzlich können hier Eröffnungen oder andere Veranstaltungen stattfinden.

Nähert man sich dem „Kallmann“ von außen, fällt das neue Entree sogleich ins Auge. Das Museum empfängt Besucher bereits draußen auf dem Vorplatz mit einem Laubengang, der – wenn das Blätterdach einmal geschlossen sein wird – Schatten und Schutz vor Regen spendet für darunter liegende Tische und Stühle. Für Museumsleiter Kleine war ein großes Ziel des Umbaus, das Museum noch mehr in den Ort hinein zu öffnen, es zu einem wahren Begegnungsraum zu machen.
Das merkt man auch dem Eingangsbereich an. Das Foyer ist offener gestaltet, der alte Windfang wurde entfernt. Stattdessen erwartet Besucherinnen und Besucher dort ein Counter mit einem kleinen Café, sodass sich der Museumsbesuch mit dem Genuss eines Stück Kuchens verbinden lässt oder Passanten einfach kommen, um eine Tasse Kaffee zu trinken – mit Blick auf den Park.

Zur Wiedereröffnung zeigen Kleine und sein Team die Gewinner des „Kallmann-Preises 2024“, den die Kreissparkasse stiftet. Nachdem der Wettbewerb ein Jahr ausgesetzt worden war, gibt es heuer eine Neuerung: Erstmals werden nicht nur Arbeiten des Hauptgewinners, des Berliner Künstler Ben Greber (geboren 1979) gezeigt, der sich in Installationen und Videos mit dem Thema „Landschaft“ auseinandersetzt; mit der Berliner Malerin Annabell Häfner und dem im Allgäu lebenden Videokünstler Jonas Maria Ried sind auch Werke zweier Künstler zu sehen, die in die Endentscheidung kamen.
Daneben präsentiert das Museum wie gewohnt Arbeiten aus dem reichen Oeuvre des Namensgebers, des Malers und Zeichners Hans Jürgen Kallmann (1908 bis 1991).
Das Kallmann-Museum Ismaning feiert seine Wiedereröffnung nach der Sanierung am Freitag, 17. Januar, von 18 Uhr an mit einer Ausstellung zum Kallmann-Preis 2024. Gezeigt werden Arbeiten von Ben Greber, Annabell Häfner, Jonas Maria Ried und Museumsstifter Hans Jürgen Kallmann.

