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Ismaning:Jedes Rad ist teuer

Ismaning weitet Zuschussprogramm auf Mountainbikes aus

Erst Ende Juli hat die Gemeinde Ismaning Richtlinien zur Förderung der umweltfreundlichen Mobilität erlassen - vier Monate später werden diese abgeändert. Grund dafür ist die große Resonanz. Das Förderprogramm wird sehr gut angenommen, wie es in der jüngsten Sitzung des Verwaltungs- und Umweltausschusses hieß. So seien bislang mehr als 130 Förderanträge mit einer Summe in Höhe von 50 000 Euro im Rathaus eingegangen, berichtete Ulrich Hilberer, Leiter der Umweltabteilung, dem Gremium.

Dabei entfiel gut die Hälfte der Anträge auf normale Fahrräder, die andere auf Gefährte mit E-Antrieb. Auch der Kauf von drei Radanhängern für Kinder wurde unterstützt, ebenso die Anschaffung je eines Elektrofahrzeugs mit drei und vier Rädern. Dem Umweltamt erscheint es nach eigenen Angaben als sinnvoll, diese in den Richtlinienkatalog mit aufzunehmen.

Laut den im Juli festgezurrten Kriterien wird bisher der Kauf von Fahrrädern, Klapprädern, E-Bikes, E-Scootern, Lastenfahrrädern (mit und ohne E-Unterstützung), Fahrradlastenanhängern und Fahrradkinderanhängern mit 25 Prozent des Kaufpreises gefördert, die Höchstgrenze liegt je nach Art des Gefährts bei 200 bis 1000 Euro. Antragsberechtigt sind alle Ismaninger ab 15 Jahre, die seit mindestens drei Jahren ihren Hauptwohnsitz in Ismaning haben. Gerade Letzteres sei problematisch, sagte Hilberer. Deshalb wolle man vorschlagen, die Frist auf drei Monate herabzusetzen. Zudem sollten künftig auch Gewerbebetriebe einen Antrag stellen können, sofern der Nachweis erbracht wird, dass das Rad tatsächlich regelmäßig von der Belegschaft genutzt wird. Der Ausschuss war damit einverstanden und empfahl einstimmig, die Förderrichtlinien dahingehend zu ändern. Erfüllt werden soll darüber hinaus der Wunsch der Umweltabteilung, auch Mountainbikes zu fördern. Dies habe in der Vergangenheit wegen der klaren Abgrenzung zur Alltagstauglichkeit Schwierigkeiten verursacht, sagte Hilberer. 20 Förderanträge seien deshalb noch offen. Allerdings gebe es eine Vielzahl von Menschen, die ihr Mountainbike für die Wege zur Arbeit und Schule nutzen. Auch diese sollen nun antragsberechtigt sein. Ebenso wie Ismaninger, die sich ein gebrauchtes Rad beim Händler kaufen - bisher gab es nur Zuschüsse für Neuware.

"Unser Ziel ist es doch, dass möglichst viele Leute aufs Rad umsteigen", sagte Bürgermeister Alexander Greulich (SPD). Der Ausschuss vertrat diese Ansicht ebenfalls. Wegen der großen Nachfrage wird die Gemeinde Ismaning nun 100 000 Euro für das Mobilitäts-Programm im Haushalt 2020 bereitstellen. Die Förderung von Anstrengungen, Energie einzusparen, wird im Haushaltplan mit dem gleichen Betrag gelistet.