Ismaning:Immer auf der Suche nach VHS-Trends

Ismaning: Sylke Heuer hat die Nachfolge von Bernhard Kopp angetreten.

Sylke Heuer hat die Nachfolge von Bernhard Kopp angetreten.

(Foto: Schellnegger)

Sylke Heuer gestaltet das Kulturprogramm der Volkshochschule Nord.

Von Nico Brix, Ismaning

"Ich finde es toll, dass ich in meinem Fachbereich mit vielen interessanten Menschen Kontakt habe. Vom Schneider mit einem kleinen Shop in der Stadt bis zum Schmuckschmied oder zum Bildhauer", sagt Sylke Heuer über ihren neuen Beruf. Seit Mitte Juni ist sie die Leiterin für den Bereich Kultur und Gestalten an der VHS-Nord. Dabei ist es der erste Job der 50-jährigen Berlinerin in Süddeutschland:

Als Profi-Tänzerin leitete sie fünf Jahre lang ihr eigenes Studio in der Hauptstadt und fasste schließlich mit Ende zwanzig den Entschluss, sich an der Universität der Künste zu immatrikulieren. Während sie dann Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studierte, beschränkte Heuer ihre Trainer-Tätigkeiten, zeitlich bedingt, auf Workshops und VHS-Kurse. So fand sie langsam den Weg zur Erwachsenenbildung. Ihr Übriges tat eine Imagekampagne für Berliner Volkshochschulen, die sie im Rahmen des Studiums mitorganisierte.

Zuletzt leitete Heuer für acht Jahre das Kulturzentrum "Gemischtes" im Berliner Bezirk Spandau. Ein "soziokulturelles Stadtteilzentrum" nennt sie es selbst.

Die Arbeit des Vorgängers fortführen

Jetzt in Ismaning ist Heuer für rund 220 Kurse verantwortlich. In Spandau waren es deutlich weniger. Der Grund dafür ist, dass in Spandau Kulturevents und nicht Kurse im Mittelpunkt standen: "Es gab Kino, Theater, Kleinkunst, Kabarett, Informationsabende, sogar manche Infoveranstaltungen mit Abgeordneten. Der Bundestag ist da ja nicht weit weg."

Dagegen spielen Veranstaltungen an einer Volkshochschule meist nur eine Nebenrolle. Doch auch sie möchte Heuer an der VHS-Nord fördern. So finden im Moment schon Vorträge, Konzerte, Matineen oder andere Kulturevents in der Blackbox der Volkshochschule in Ismaning statt.

In der VHS-Nord möchte Heuer aber nicht nur das Veranstaltungs- sondern auch das Kursangebot weiterentwickeln. "Man kann nicht einfach die Kurse von vor fünf oder zehn Jahren anbieten. Es gibt immer neue Trends", sagt sie. Doch dabei strebt sie keinen radikalen Bruch mit der Arbeit ihres Vorgängers Bernhard Kopp an. Im Gegenteil: Sie möchte seine Arbeit weiterfortführen und neue Bewegungen aufnehmen. Bevor Heuer die Stelle der Bereichsleiterin übernahm, war sie noch bei ihm "in der Lehre", wie sie selbst sagt.

Es ist schwierig, den Geschmack der Leute zu treffen

Zu ihrem neuen Job gehört unter anderem, neue Kursideen aufzustöbern und interessante Dozenten zu finden. Ein gewisser Lebensstil ist dafür unabdingbar. "Ein Faible für das Kulturelle sollte man schon haben", sagt sie. So mischt sie sich in ihrer Freizeit regelmäßig unter die Besucher von Festivals, Workshops oder Theatern. Heuer legt Wert darauf, unter die Leute zu kommen, um zu sehen, was ihnen gefällt. An München mag sie die "kleinen, individuellen Strukturen sehr", wie sie sagt. Damit meint sie "zum Beispiel Galerien oder Initiativen, die den Einheitsangeboten etwas entgegen setzten". Sie helfen ihr bei der Arbeit.

Doch den Geschmack der Leute zu treffen, ist manchmal ein unmögliches Unterfangen. "Es gibt Kurse, die sind im einen Semester ausgebucht, und im nächsten kommen dann nur fünf Leute", erzählt heuer. Im Moment befindet sich die VHS-Nord in der Sommerpause. Am 26. September beginnen die neuen Kurse, dann wird sich zeigen, ob Heuer mit ihrer Auswahl ins Schwarze getroffen hat.

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