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Ismaning:Hallenbad bleibt Sorgenkind

Reparaturarbeiten Hallenbad Ismaning

Als die Fliesen im Hauptbecken entfernt waren, traten darunter die Schäden am Beton zutage.

(Foto: Florian Peljak)

Schwimmstätte öffnet wegen weiterer Reparaturen frühestens in den Sommerferien

Von Sabine Wejsada, Ismaning

Es ist wie ein Fass ohne Boden: Ist ein Teil freigelegt, dann tun sich darunter weitere Schäden auf. So geht es nun schon seit Wochen bei der derzeit laufenden Sanierung des Ismaninger Hallenbades. Ist ein Schaden behoben, dann wartet bereits das nächste Malheur. Noch im Mai hatten Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) und seine Gemeinderäte gehofft, dass die coronabedingte Schließung der Schwimmhalle dafür genutzt werden kann, abschließend alle Mängel im Bauwerk zu beheben.

Voraussichtlich Mitte Juni, so der eigentliche Plan, hätte das Hallenbad samt Sauna wieder aufsperren sollen. Doch daraus wird nun nichts, wie der Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend berichtete: Beim Austausch der Estrichschicht in den Becken habe sich herausgestellt, dass nicht nur dieser Belag schadhaft war, sondern auch noch der Beton darunter. Das Hallenbad kann nach Angaben aus dem Rathaus frühestens im Laufe der Sommerferien eröffnet werden - wenn alles gut geht.

Schon kurz nach der Inbetriebnahme lösten sich Fliesen

Schon kurz nach der Inbetriebnahme des neugebauten Hallenbades im Sommer 2013 lösten sich Fliesen in den Becken. Auch in folgenden Jahren traten in schöner Regelmäßigkeit die unterschiedlichsten Schäden zutage, sodass das Hallenbad immer wieder geschlossen werden musste. Einmal war der Stahlbeton an den Schwallwasserbecken unter den Pools beschädigt, dann wieder musste das Hauptbecken mit Bahnen und Sprungturm für mehrere Monate gesperrt werden, weil sich die Kacheln lösten.

Und in den vergangenen Wochen mussten sich Handwerker daran machen, unzählige Fliesen zu entfernen und den Estrich auszutauschen, ehe sie auf den aktuellen Schaden im Beton stießen, was eine verlängerte Schließzeit des Bades notwendig macht. Dieser wird jetzt saniert. Danach kommt der Estrich drauf, die Sprühdüsen werden eingebaut und dann soll alles neu gefliest werden. Aus technischen Gründen ist derzeit auch der Saunabetrieb nicht möglich.

Der für 15,5 Millionen Euro netto hingestellte teure Glasbau für Hallenbad mit Rutsche, Sprungturm und Sauna entwickelte sich zum Sorgenkind; in der Vergangenheit gingen auch Juristen und Sachverständige ein und aus, um den Streit mit Fliesen- und Estrichlegern beizulegen. Laut dem Bürgermeister ist das geschehen, Ismaning steht immerhin Schadenersatz zu. Nun geht die Gemeinde wieder davon aus, dass der Ärger rund ums Hallenbad nach Abschluss der laufenden Arbeiten beendet ist - "und nun wirklich endlich der Deckel drauf ist", wie der Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend sagte. "Wir hoffen, dass wir jetzt alle sprichwörtlichen Leichen entdeckt haben und irgendwann in den Sommerferien in die Becken wieder Wasser einlaufen lassen können", so Greulich.

© SZ vom 12.06.2021
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