Feuerwehreinsätze bei Hitze„Da schwitzt du wie die Sau“

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Bei der Hitze ein Knochenjob: Der Ismaninger Feuerwehrkommandant Michael Fischer weiß um die Herausforderungen von Einsätzen, wenn es so heiß ist wie jetzt.
Bei der Hitze ein Knochenjob: Der Ismaninger Feuerwehrkommandant Michael Fischer weiß um die Herausforderungen von Einsätzen, wenn es so heiß ist wie jetzt. (Foto: privat)

Der Ismaninger Feuerwehrkommandant Michael Fischer muss mit seinen Kameraden auch bei Hitze in Schutzausrüstung ausrücken. Das kann er hinnehmen – außer wenn es sich um einen vermeidbaren Fehlalarm handelt.

Interview von Sabine Wejsada, Ismaning

Ganz Deutschland ächzt derzeit unter der Hitze und sehnt sich nach Abkühlung. Doch die ist frühestens am nächsten Wochenende in Sicht. Gerade Einsatzkräfte der Feuerwehren, die zu Bränden oder Unfällen ausrücken müssen, bringen die hohen Temperaturen an ihre Grenzen. Michael Fischer ist seit bald 25 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr in Ismaning und hat im März das Amt des Kommandanten übernommen. Der 37-Jährige erklärt, wie es sich anfühlt, in voller Schutzausrüstung bei 30 Grad und mehr zu einem Notfall zu fahren, was der Körper nach so einem schweißtreibenden Einsatz braucht – und was ihn und seine Kollegen auf die Palme bringt.

SZ: Herr Fischer, machen es diese heißen Tage den Feuerwehrleuten schwerer als sonst?

Michael Fischer: Auf jeden Fall. Schon bei normalen Temperaturen gerät man in der Schutzmontur ins Schwitzen. Wenn’s draußen 20 Grad hat, hält man das noch ganz gut aus. Aber bei 30 Grad und mehr bist du am Limit mit den schweren Stiefeln, der einem Skianzug ähnlichen Schutzkleidung und dem Helm, der vollkommen dicht ist. Und dann haben wir ja auch noch Werkzeug und Ausrüstung dabei. Das alles zusammen dürfte nach meiner Einschätzung zwischen 22 und 24 Kilogramm wiegen. Da schwitzt du wie die Sau.

Was ist dabei besonders herausfordernd für Sie und Ihre Kollegen?

Das schwere Gerät, das wir dabeihaben, zum Beispiel, wenn wir zu einem Verkehrsunfall gerufen werden. Solch ein Rettungsspreizer wiegt ganz schön viel und muss ja dann auch noch bewegt werden. Oder die Drehleiter, wenn es irgendwo weiter oben brennt. Die musst du hinaufsteigen, da gibt es keine Wahl. Wir können da schließlich nicht den Aufzug nehmen, wie man es vielleicht im Büro machen würde, um nicht ins Schwitzen zu geraten.

Gibt es Einsätze, bei denen Sie an Ihre Grenzen kommen?

Ja, wenn wir die Atemschutzausrüstung benötigen. Diese Arbeit ist bei der Hitze schwer zu organisieren, weil die Kolleginnen und Kolleginnen kürzer drinnen am Brandort bleiben können, da es noch anstrengender ist als sonst schon. Stellen Sie sich vor, man kommt aus einer brennenden Wohnung, wo bis zu 600 Grad herrschen können, und draußen ist es dann auch noch so heiß wie jetzt. Da kann der Körper kaum mehr herunterkühlen, obwohl er dringend Erholung braucht.

Wie schaffen es Ihre Leute trotzdem?

Nach dem schweißtreibenden Einsatz kalt duschen, sich hinter unserem Feuerwehrhaus im Schatten in einem der Liegestühle ausruhen und etwas Kühles trinken. Und vielleicht später auf dem Heimweg dann noch einen kleinen Abstecher zu einer Eisdiele machen. Das ist gut gegen die Hitze. Und sehr hilfreich für die Motivation.

Gibt es Momente, wo Letztere schwer aufrechtzuerhalten ist?

Ja, das kommt vor. Etwa wenn wir in voller und schwerer Montur zu einem Fehlalarm ausrücken müssen. Zum Beispiel, weil in einem Firmengebäude im Gewerbegebiet die Brandmeldeanlage nur deswegen ausgelöst hat, weil jemand verbotenerweise im Büro geraucht hat oder sein Essen in der Teeküche angebrannt ist. Da kochen wir dann schon innerlich über.

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