Die SPD setzt auf Erfahrung, bei der CSU soll eine Newcomerin das Ismaninger Rathaus erobern: In dieser Woche haben beide Parteien die Bewerber für die Kommunalwahl auserkoren - und gehen dabei ganz unterschiedliche Wege. SPD-Mann Alexander Greulich, seit 2014 Erster Bürgermeister in Ismaning, hofft auf eine dritte Amtszeit und habe dafür die Unterstützung seiner Genossen, wie der Ortsverein nach einem Treffen der Vorstandschaft mitgeteilt hat. Die offizielle Aufstellungskonferenz findet Mitte Oktober statt, die Nominierung von Greulich dürfte reine Formsache sein.
„Ich stelle mich jeden Tag mit Herzblut und Freude dieser verantwortungsvollen Aufgabe. Zahlreiche Rückmeldungen und Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern zeigen mir, dass sie die Erfolge für unsere Gemeinde in den vergangenen Jahren und mein Engagement dafür schätzen“, wird Greulich auf der Homepage der SPD zitiert.
In den zwei Amtszeiten mit ihm als Bürgermeister habe Ismaning ein eigenes Gymnasium bekommen, das gerade bereits erweitert werden muss. Zudem habe die Kommune durch umfangreiche Baumpflanzungen, Planungen für Photovoltaik-Anlagen oder die Umstellung auf LED-Straßenleuchten wichtige Schritte zur klimafreundlichen Gemeinde auf den Weg gebracht, so die SPD. Mit seinen regelmäßigen Sprechstunden öffne Greulich das Rathaus für alle Bürgerinnen und Bürger, die ein Anliegen hätten, und er verschaffe Ismaning in überörtlichen Gremien wie Städte- und Gemeindetag durch sein „wortgewaltiges Auftreten“ Gehör.

Die Ismaninger CSU setzt bei der Bürgermeisterwahl im März 2026 dagegen auf ein unbeschriebenes Blatt: In Sabine Wilhelm, 61, hat sie eine Frau nominiert, die in der Kommunalpolitik bislang nicht in Erscheinung getreten ist. In München geboren, lebt die Wirtschaftsingenieurin seit einem Vierteljahrhundert mit ihrer Familie in Ismaning. Als Managerin bringe Wilhelm 35 Jahre Berufserfahrung in verantwortungsvollen Führungspositionen in einem internationalen Unternehmen der Automobilbranche mit, teilt der CSU-Ortsverband mit. Zuletzt war Wilhelm für die weltweite Aus- und Weiterbildung von 150 000 Mitarbeitern verantwortlich.

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Jetzt wolle sie ihre langjährige Erfahrung aus der Wirtschaft aktiv in den Dienst ihrer Heimatgemeinde stellen, sagte die Kandidatin bei ihrer Vorstellung. Als Kernanliegen ihrer Kandidatur nennt Wilhelm unter anderem eine „echte Wirtschaftsförderung“ für heimische sowie neue Unternehmen – mit dem Ziel, Bürokratie abzubauen sowie wirtschaftliches Wachstum für Ismaning zu generieren und so für die Verbesserung der Lebensqualität am Ort zu sorgen. Zudem setze sie sich für einen sorgsamen Umgang mit Haushaltsmitteln ein, so die CSU.
Bereits Ende Juni haben die Ismaninger Grünen Georg Everwand als Bürgermeisterkandidaten nominiert. Der Biologe ist seit 2020 im Gemeinderat und dort stellvertretender Vorsitzender der Fraktion.

