BildungMehr Platz fürs Isgy

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Mit dem Spatenstich haben am Donnerstag die Bauarbeiten für die Erweiterung des Ismaninger Gymnasiums begonnen.
Mit dem Spatenstich haben am Donnerstag die Bauarbeiten für die Erweiterung des Ismaninger Gymnasiums begonnen. (Foto: Claus Schunk)

Nach der Rückkehr zum G 9 benötigt das Ismaninger Gymnasium zusätzliche Klassenzimmer. Die werden jetzt gebaut – in Holz-Hybrid-Bauweise. Die Erweiterung kostet etwa elf Millionen Euro.

Von Sabine Wejsada, Ismaning

Neben dem Ismaninger Gymnasium klafft ein großes Loch. Dort, wo früher die Überreste des Commundo-Tagungshotels standen, sind die Bagger angerollt und haben in den vergangenen Wochen eine Baugrube für den Erweiterungsbau ausgehoben. Mit dem symbolischen Spatenstich haben Lokalpolitiker und Planer am Donnerstagmorgen nun den Startschuss für das Vorhaben gegeben. Damit trägt die Gemeinde der vom Freistaat beschlossenen Abkehr vom achtjährigen Gymnasium Rechnung. Wenn Kinder und Jugendliche von der fünften Klasse an neun Jahre bis zum Abitur lernen, dann braucht es mehr Platz.

Der Anbau an das Isgy, wie das örtliche Gymnasium verkürzt genannt wird, kostet geschätzt elf Millionen Euro, bietet Raum für weitere 13 Klassenzimmer und entsteht in Holz-Hybrid-Bauweise. Die Energie kommt von der kommunalen Geothermie, auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert – und auch eine Holzfassade soll nach den Worten von Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) dem Anspruch auf Nachhaltigkeit als Klimagemeinde gerecht werden.

Der Zeitplan ist sportlich: Schon im April 2026 soll der Erweiterungsbau fertig sein. Das als vierzügige Schule geplante Gymnasium ist laut Greulich in manchen Jahrgangsstufen bereits fünfzügig. Wegen des akuten Platzmangels im Bestandsgebäude habe man in der Vergangenheit so manche Eltern aus dem Landkreis, die ihre Kinder aufs Isgy schicken wollten, abweisen müssen, bedauerte der Rathauschef in seiner Ansprache nach dem Spatenstich. Derzeit gibt es 32 Klassen; ist der Anbau bezogen, werden es insgesamt 45 sein. Geplant sind zudem 130 Stellplätze für Fahrräder und Calisthenics-Sportgeräte für Krafttraining im Außenbereich.

Der Freistaat hat die Rückkehr zum G9 beschlossen – dann soll er auch zahlen

Die Erweiterung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Ismaning und des Landkreises München. Der Bürgermeister rechnet mit Baukostenzuschüssen der Regierung von Oberbayern und mit einer finanziellen Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Schließlich habe man es bei dem Vorhaben eindeutig mit einem „Fall der Konnexität“ zu tun, so Greulich. Denn der Freistaat hat die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium beschlossen, dann solle er auch kräftig mitzahlen.

Dabei war es für die Gemeinde nicht einfach, eine eigene Oberschule zu bekommen. „Zuerst hieß es, Ismaning und der Landkreisnorden brauchen kein weiteres Gymnasium, jetzt kann unseres nicht groß genug sein“, erinnerte Greulich an die damaligen Schwierigkeiten. Schon im Jahr 2009 hatten die Ismaninger dem Landkreis ein gemeindeeigenes Grundstück für eine weitere weiterführende Schule – am liebten für den Bau eines Gymnasiums – angeboten. 2012, als auch das Kultusministerium den Bedarf für ein weiteres Gymnasium im Norden der Landeshauptstadt anerkannt hatte, folgte im Kreistag eine Kampfabstimmung über den Standort: Ismaning setzte sich äußerst knapp gegen Unterföhring durch. Mittlerweile gibt es auch dort ein Gymnasium, seitdem führen steigende Schülerzahlen und eine hohe Übertrittsquote zu Erweiterungen bestehender Schulen wie in Kirchheim und den Bau weiterer Gymnasien wie in Aschheim.

Als die Gemeinde Ismaning 2013 erfuhr, dass die Telekom das Tagungshotel am Seidl-Kreuz-Weg aufgeben will, sah sie ihre Chance gekommen, den attraktiven Schulstandort um ein Gymnasium zu erweitern. Der damalige Bürgermeister Michael Sedlmair (Freie Wählergemeinschaft) bemühte sich um den Erwerb, im April 2014 wurde der Kaufvertrag geschlossen. Bereits zum Schuljahr 2015/16 starteten die ersten Vorläuferklassen des Isgy, die Kinder und Jugendlichen wurden in Containerklassenzimmern unterrichtet, während das Tagungshotel umgebaut wurden. Im September 2017 konnten die Schüler dann den ersten Teil ihres neuen Schulhauses beziehen, im November 2018 wurde es komplett für den Lehrbetrieb freigegeben.

Verantwortlich für den Erweiterungsbau des Ismaninger Gymnasiums zeichnet das Büro Aicher und Kazzer Architekten in München. Erst Anfang Juni haben die Planer gemeinsam mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern sowie Innenarchitekten in einem Workshop die Gestaltung der künftigen Lernflure besprochen.

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