Künftig werden Rettungshubschrauber im Zentrum des Haarer Isar-Amper-Klinikums direkt am Eingang zur Neurologischen Klinik landen. Dort werden vor allem Schlaganfallpatienten in der sogenannten Stroke Unit behandelt, die für den gesamten Münchner Osten als Versorgungseinheit zuständig ist. Derzeit wird mit etwa zehn bis 20 Landungen im Jahr gerechnet. Sollten auf mittlere Sicht von Haar aus Neurologen auch zu Akuteinsätzen geflogen werden, können laut Rathausverwaltung circa 25 weitere Landungen dazukommen. Der Bauausschuss des Gemeinderats nahm die Installation des neuen Landeplatzes ohne Kommentar zur Kenntnis. Denn so viel ändert sich auch nicht. Bisher schon existiert ein Bedarfslandeplatz am Rand des Bezirksklinikums.
Allerdings müssen wegen dessen etwas ungünstiger Lage nahe der Forensikbauten bisher die Patienten vom Hubschrauber aufwendig mit dem Rettungswagen abgeholt und zur Neurologie gefahren werden, damit bei Patienten die Versorgung durch mitunter lebensnotwendige Geräte nicht unterbrochen wird. Diese zusätzliche Belastung für die Patienten sowie der Aufwand für Klinik und Rettungsdienst seien vermeiden, argumentiert die Klinik. Schlaganfallpatienten mit neurologischen Erkrankungen sind die Patienten, die in der Neurologischen Klinik in Haar am häufigsten behandelt werden. Ein weiterer Schwerpunkt sind Patienten, die zur neurologischen Frührehabilitation kommen, weil sie nach einem Schlaganfall, einer Hirnblutung, neurochirurgischen Operationen oder Unfällen schwer betroffen sind und zum Teil noch beatmet werden. Sie sind oder waren oft auf eine Intensivversorgung angewiesen.
Die Landefläche entsteht an der Ringstraße und besteht aus einem 15 mal 15 Meter großen Platz vor dem Gebäude 56, der entweder durch Asphalt, Beton oder auch Rasengittersteine befestigt wird. Die Fläche ist Teil der zentralen Parkanlage der Klinik und wird als Landeplatz markiert. Acht größere Bäume, die entfernt werden müssen, werden laut Mitteilung aus dem Rathaus umgesetzt. Büsche müssen gestutzt werden. Das Landesamt für Denkmalpflege billigt den Eingriff. Weil der Landeplatz auch in der Nacht angeflogen werden kann, wird eine Anflugbefeuerung installiert. Geplant ist, die dafür vorgesehenen zwei Lampen am Kirchturm anzubringen Die Gemeinde empfiehlt, diese Beleuchtung möglichst unauffällig zu installieren oder noch besser, einen anderen Ort zu finden. Luftrechtlich ist keine Genehmigung notwendig.