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Infektionsschutz:Baierbrunn schafft doch Luftfilter an

Gemeinderat stattet Grundschule auf eigene Kosten mit Geräten aus

Die Entscheidung kommt pünktlich zur Rückkehr der Kinder in die Klassenzimmer, aber bis sie umgesetzt ist, werden noch ein paar Wochen vergehen: Der Baierbrunner Gemeinderat hat in einer Sondersitzung beschlossen, doch Luftfilteranlagen für die Grundschule an der Hermann-Roth-Straße und die Mittagsbetreuung zu beschaffen. Nach dem Vorbild unter anderem von Grünwald und Neubiberg soll so die Ansteckungsgefahr verringert werden.

Vorausgegangen war ein Dringlichkeitsantrag der Überparteilichen Wählergruppe (ÜWG) mit dem Ziel, einen Gemeinderatsbeschluss vom Dezember 2020 aufzuheben: Damals hat das Gremium mit einer Mehrheit von zwölf zu vier Stimmen entschieden, die Anschaffung von Luftreinigungsanlagen für die Grundschule zurückzustellen, bis neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu deren Nutzen vorliegen und sie durch die (damals noch zögernde) Schulleitung angefordert werden. Letzteres ist inzwischen der Fall, Rektorin Konstanze von Unold und der Elternbeirat haben dringend gebeten, entsprechende Anlagen zu akquirieren.

"Aus anderen Gemeinden liegen inzwischen Erfolgswerte vor", konstatiert Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG), "außerdem hat das Thema durch die Mutationen eine neue Dringlichkeit bekommen." Im Altbau und im Neubau der Grundschule gebe es zudem unterschiedlich gute Möglichkeiten zum Lüften.

Der Antrag ging gegen die Stimmen von Uwe Harfich und Christine Kammermeier (beide SPD) mit großer Mehrheit durch. Man wolle sich jetzt verschiedene Gerätetypen anschauen, sagte Ott, er selbst findet Geräte mit Plasma-Technologie wie in Grünwald, die nur geringe Geräuschemissionen verursachen, "charmant". Geplant sind zehn bis zwölf Anlagen für die Schule sowie drei für die Mittagsbetreuung. Es soll schnell gehen: Bis Mitte oder Ende März wolle man "gut ausgestattet" sein, sagte Ott. ÜWG-Gemeinderätin Birgid Ley schlug vor, auch die Kindergärten in diese Überlegungen mit ein zu beziehen.

Die Investitionen für die Geräte dürften zwischen 60 000 und 100 000 Euro liegen. "Kein Taschengeld", gibt der Bürgermeister zu. Aber es sei auch eine vorausschauende Investition. Wer wisse im Moment schon, wie lange das Virus noch unseren Alltag präge.

© SZ vom 25.02.2021 / wat
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